"Das Ende der Willkommenskultur?"
Perspektiven der nationalen und europäischen Flüchtlingspolitik
Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten

12.09.2017, 19:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei",
Bahide-Arslan-Gang, 23879 Mölln
Eintritt frei!

Zahlreiche Menschen haben sich seit 2015 ehrenamtlich in der Flüchtlings- hilfe engagiert und persönlich Anteil am Schicksal von Geflüchteten genommen Es entstanden in sehr vielen Kommunen Bürgerinitiativen, die im Sinne einer Willkommenskultur, die bloße Versorgung der Flüchtlinge mit einer sehr menschliche Note ergänzten und dies bis heute tun. Allerdings haben sich seither auch die Rahmenbedingungen in der Flüchtlingspolitik verändert, national, auf europäischer Ebene wie auch weltpolitisch. Im Ergebnis sind die Flüchtlingszahlen in Deutschland aktuell zurückgegangen, Fluchtrouten wurden geschlossen, „Flüchtlingsdeals“ ausgehandelt, aber die eigentlichen Fluchtbewegungen und -ursachen dabei kaum nachhaltig gestoppt. Dies alles sind Entwicklungen weit jenseits der Willkommenskulturen, die in den Händen von politisch Verantwortlichen liegen, und trotzden auch in den Kommunen viel diskutiert werden.

Um hier einen Dialog zu ermöglichen, lädt der Verein Miteinander leben e.V.am 12. September 2017 um 19:00 Uhr Bundestagskanditaten zu einer Podiumsdiskussion in die Internationale Begegnungsstätte „Lohgerberei“. Es geht um die Perspektiven der Flüchtlingspolitik, aber auch um die Frage, ob die viel gelobte „Willkommenskultur“ womöglich politisch am Ende ist.

 

 


   

   

Dr. Udo Metzinger ist seit vielen Jahren in der Politischen Bildungsarbeit tätig, u.a. im Netzwerk Politische Bildung in der Bundeswehr, an verschiedenen Akademien und für viele freie Träger der Politischen Bildung.

"Trumped"
Unsere Erfahrungen mit dem neuen US-Präsidenten
Vortrag von Dr. Udo Metzinger

29.09.2017, 19:00 Uhr
Ratssaal des Rathauses, Unter den Linden 1, Ratzeburg
Eintritt frei!

Wer hätte das gedacht? Donald Trump, der polternde Politikneuling, ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Seine ersten Monate im Amt muteten an als wäre er direkt aus seiner TV-Reality-Show ins Weiße Haus gebeamt worden. Scheinbar ruhelos unterzeichnete er teilweise verfassungswidrige Dekrete, traf sich mit Gewerkschaftern, Unternehmensbossen und Besuchern aus anderen Ländern, irrlichterte ein bisschen in der Außenpolitik herum und vor allem: er twitterte. Aktionismus pur! Gleichzeitig dringen immer mehr Details über Konflikte in seiner Mannschaft nach außen, sein erster Sicherheitsberater musste bereits den Hut nehmen, der FBI-Chef wurde entlassen, und ein Sonderermittler wurde eingesetzt.

Was ist da los in Washington? Euphemistisch gesagt: es ist der wohl holprigste Start einer neuen US-Administration seit ganz langer Zeit. Was bedeutet all das für Amerika? Und was für uns? Was kommt da noch auf uns zu?

Der Vortrag wird in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg durchgeführt und gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“.

 

 


   

   

Dr. Udo Metzinger ist seit vielen Jahren in der Politischen Bildungsarbeit tätig, u.a. im Netzwerk Politische Bildung in der Bundeswehr, an verschiedenen Akademien und für viele freie Träger der Politischen Bildung.

"BREXIT, Populismus und Dauerkrisen"
Ist der Traum vom geeinten Europa bald ausgeträumt?
Tagesseminar mit Dr. Udo Metzinger

30.09.2017, 09:30–16:30 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei",
Bahide-Arslan-Gang, 23879 Mölln
Teilnahme kostenlos – Anmeldung obligatorisch

2016 haben die Briten für den Brexit gestimmt und damit die Fliehkräfte in der Europäischen Union befeuert. Nur mit Mühe konnten seitdem Rechtspopulisten, die ihre Erfolge mit einer nationalistischen und antieuropäischen Systemkritik begründen, in Österreich, Frankreich oder den Niederlanden vom Zugang in die wichtigsten Staatsämter ferngehalten werden. Krisenbedingte Fliehkräfte wirken weiterhin in Südeuropa, im europäischen Finanzsystem und durch die wiedererstarkende Flüchtlingsbewegung in Richtung Italien auch in ganz Europa, das zunehmend entsolidarisiert scheint. Kaum auszumalen, wenn eine weitere Krise auflodern sollte und proeuropäisch denkende Hoffnungsträger vermeintlich wieder enttäuschen… Dann könnte der Traum vom geeinten Europa tatsächlich ausgeträumt sein, zugunsten eines nationalistischen Populismus, wie ihn Amerika gerade vorlebt.

Wie konnte es soweit kommen? Welche Weichen wurden wann falsch gestellt? Und welche Wege gibt es, das europäische Projekt in diesem politischen Umfeld zu retten?

Diese Fragen wird Dr. Udo Metzinger mit den Seminarteilnehmer*innen diskutieren.

 

 


   

   

Dr. Günther Rusch hat sich seit seinen Studienjahren in den 1960er und 70er Jahren in vielfältiger Weise mit nahezu allen Regionen Afrikas befasst; wissenschaftlich, als Berater, Referent und Delegierter von Hilfsorganisationen. In seiner Nebentätigkeit hat er über dreißig Jahre an der Vorbereitung von Auslandstätigen (Entwicklungshelfern, Diplomaten, Praktikanten usw.) mitgewirkt. Seine Erfahrungen nutzt er jetzt als Dozent an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus, an zwei afrikanischen Hochschulen sowie in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Bildungs- und Umweltfragen in Afrika.

Gefahr und Verlockung.
Afrikanische Migration im Spannungsfeld von Fluchtursachen und Erwartungshaltungen
Vortrag von Dr. Günther Rusch

05.10.2017, 19:00 Uhr
Kirche St. Answer, Fischerstraße 1, Ratzeburg
Eintritt frei!

Die internationale Migrationsforschung spricht von einem pulling und pushing effect. Die Anziehungskraft einer neuen Umgebung wird von vielen unterschiedlichen Faktoren bestimmt. Dem steht der Leidensdruck derjenigen gegenüber, die sich fluchtartig oder mit falschen Vorgaben der angestammten Heimat und ihren lebensbedrohenden Verhältnissen entziehen.

Zwischen beiden Migrationsgründen gibt es eine Grauzone. Denn wenn Abwanderung oder Flucht unvermeidlich zu sein scheinen, sollte es zumindest in solche Zielgebiete gehen, wo bessere Lebens- und Erwerbsmöglichkeiten sowie Sicherheit bestehen. Für Afrikaner sind das vor allem die Groß-und Megastädte und Europa.

Der Referent versucht einen Einblick in die in Afrika vorherrschenden Migrationsgründe – und folgen zu geben. Der Vortrag wird in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg durchgeführt und gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“.

 

 


   

   

Enrico Kreft

Enrico Kreft
Geboren wurde ich 1978 in Grevesmühlen. Aufgewachsen bin ich in Mecklenburg und Lübeck, wo ich seit gut 15 Jahre auch wohne. Schon als Schüler habe ich mich ehrenamtlich engagiert: Schülersprecher, Stadtschülersprecher, Landesvorstand Landesschülervertretung, Schüler Helfen Leben. In den letzten Jahren habe ich mich nicht nur in der SPD engagiert (Ortsvereinsvorsitzender, Europaforum, Europabeauftragter – gegenwärtig Mitglied des Kreisvorstands SPD Lübeck), sondern auch bei den Jungen Europäischen Föderalisten (Landesvorsitzender) und der Europa Union (Mitglied des Präsidiums). Zwischendurch Abitur, Bundeswehr, Studium der Rechtswissenschaften, Referententätigkeiten in der Jugend- und Erwachsenenbildung.

EU-Planspiel zur europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik
Kostenloses Seminar mit Enrico Kreft

Samstag, 07.10.2017, 10:00 – 17:00 Uhr
Ernst-Barlach-Schule, Ratzeburg
Anmeldung obligatorisch unter volkshochschule@ratzeburg.de oder Telefon 04541/206726

Ein Sondergipfel des Europäischen Rates tagt in Ratzeburg und soll in der europäischen Politik zukünftige Ziele und Prioritäten setzen. Auf der Agenda die umstrittene europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik mit Positionen zwischen „Abschottung versus Zuwanderung“. Eine gemeinsame Linie erscheint schwierig, auch angesichts anderer gegensätzlicher Interessen und Konflikte zwischen den Mitgliedsstaaten. Diese sind auf dem Sondergipfel durch die Staats- und Regierungschefs sowie die Innenminister*innen vertreten, die Organe der Europäischen Union durch den Ratspräsidenten und den Kommissionspräsidenten. Die kritische Öffentlichkeit wird durch Journalist*innen sowie Vertreter*innen von Pro Asyl und dem UNHCR dargestellt. Das EU-Planspiel zur europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik soll diese politischen Diskussions- und Entscheidungsprozesse simulieren und die Teilnehmer*innen Politik auf diese Weise aktiv und hautnah (nach-)erleben lassen. In der Rolle des Regierungschefs oder Innenministers müssen die Aufgaben innerhalb des gegeben Handlungsspielraums verantwortungsvoll wahrgenommen werden. Das Planspiel beginnt mit einer thematischen Einführung in das Szenario „Sondergipfel“. Die Rollen werden vergeben, die Teilnehmer*innen arbeiten sich ihre Regierungshaltungen ein und es beginnt eine rund 6-stündige Simulation… ergebnisoffen, im Geiste der europäischen Einigung, aber mit allen Schwierigkeiten des politischen Tagesgeschäftes. Führen sie den Gipfel zu einem Erfolg?

Das Seminar wird von der Volkshochschule Ratzeburg in Kooperation mit dem Verein Miteinander leben e.V. angeboten und gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“.

 

 


   

   

Dr. Günther Rusch hat sich seit seinen Studienjahren in den 1960er und 70er Jahren in vielfältiger Weise mit nahezu allen Regionen Afrikas befasst; wissenschaftlich, als Berater, Referent und Delegierter von Hilfsorganisationen. In seiner Nebentätigkeit hat er über dreißig Jahre an der Vorbereitung von Auslandstätigen (Entwicklungshelfern, Diplomaten, Praktikanten usw.) mitgewirkt. Seine Erfahrungen nutzt er jetzt als Dozent an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus, an zwei afrikanischen Hochschulen sowie in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Bildungs- und Umweltfragen in Afrika.

Ausverkauft und ausgebeutet.
Wie internationale Agrar-, Rohstoff – und Fischereipolitik sowie Abfallentsorgung Afrika zusetzen
Vortrag von Dr. Günther Rusch

24.10.2017, 19:00 Uhr
Dörphuus, Dorfstraße 22, 23911 Buchholz
Eintritt frei!

Seit Jahren fragen viele Afrikaner, ob die Unabhängigkeit ihrer Staaten von den früheren Kolonialmächten ihnen wirklich Wohlstand und bessere Lebensverhältnisse gebracht hat. Zweifellos haben sich Infrastruktur, Bildungsmöglichkeiten, Medienzugang und Zugang zu anderen Märkten außerordentlich verbessert, doch zugleich haben Massenarmut, Umweltzerstörung und politische Ohnmacht zugenommen. Dies einer unfähigen politischen Klasse in den Ländern und den vielfältigen sozialen und kulturellen Unterschieden zuzuschreiben, ist Augenwischerei. Denn in nahezu allen lebenswichtigen Wirtschaftssektoren läuft nichts ohne ausländische, vor allem westliche Akteure, seien sie nun im Finanzbereich, als Investoren oder als politische oder militärische Berater tätig.

Das elegante Auftreten afrikanischer Politiker, das Glanzpapier und die Websites, mit denen die meisten afrikanischen Länder sich darstellen, sollten nicht über die wahren Verhältnisse hinwegtäuschen. Dass Massenflucht und Piraterie ein Ergebnis ausgebeuteter Fischbestände sind, und dass in mehreren Ländern terroristische Bewegungen bestehen, ist auch auf die Verknappung und den mehr als bedenklichen Verkauf von Land (z.B. sog. land grabbing) zurückzuführen. Mit zahlreichen Beispielen wird sich der Referent dem Komplex annähern.

Der Vortrag wird in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg durchgeführt und gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“.

 

 


   

   

Dr. Yaşar Aydin

Yaşar Aydın kam mit vier Jahren nach Deutschland und lebt seitdem fast ununterbrochen in Hamburg. Er studierte Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Hamburg (2001) und Lancaster (2002). Yaşar Aydın war während des Studiums und der Promotion Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung und ist Mitglied des Hamburger TürkeiEuropaZentrums. Nach Abschluss des Studiums war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Hamburger Institut für Sozialforschung und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. 2009 promovierte er mit dem Thema „Topoi des Fremden: Zur Analyse und Kritik einer sozialen Konstruktion“ in Hamburg. Vom August 2009 bis März 2012 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut an einem Projekt mit dem Thema „Abwanderungsabsichten und Abwanderung von Hochqualifizierten türkischer Herkunft aus Deutschland in die Türkei“. Er forschte zuletzt an der SWP - Stiftung Wissenschaft und Politik ur türkischen Außenpolitik und lehrt zurzeit an der HafenCity Universität Hamburg und Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie.

Erdogans „Neue Türkei“
Was bleibt von Atatürk?
Vortrag von Dr. Yaşar Aydin

02.11.2017, 19:30 Uhr
Ratssaal des Rathauses, Unter den Linden 1, Ratzeburg
Eintritt frei!

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bestimmt seit vielen Jahren die Politik der Türkei und verändert zunehmend das republikanische Erbe Kemal Atatürks. Viele seiner Eingriffe in Politik und Gesellschaft, die seit einigen Jahren mit dem Kampf des Staates gegen terroristische oder staatszersetzende Organisationen – reale oder vermeintliche - im Land begründet werden, sichern vor allem aber die Hegemonie der AKP und seit dem Verfassungsreferendum explizit die Machtbasis von Präsident Erdoğan. Die Einschränkung der Pressefreiheit, die Einschränkung und Einschüchterung der Opposition, die Entmachtung des Parlaments, die Umstrukturierung des Staatsapparates, die Einflussnahme in Kultur, Religion und Gesellschaft, sie alle geben der laizistische Republik immer deutlicher autokratische Züge, spalten und polarisieren das Land und führen die Türkei in eine ungewissen Zukunft. Wohin steuert die Türkei, wenn einerseits die Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union stagnieren, andererseits die Anhänger der säkularen Republik trotz massiven politischen Drucks sich mit knapp 49 Prozent gegen das neue Präsidialsystem behaupten?

Eine Frage, die nicht nur in der Türkei große Sorge bereitet, sondern in ganz Europa. Dr. Yaşar Aydin, Sozialwissenschaftler an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie und Publizist, lädt ein, diese Frage gemeinsam zu beleuchten und zu diskutieren.

Der Vortrag wird in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg durchgeführt und gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie der Stadt Ratzeburg und des Amtes Lauenburgische Seen“.

 

 


   

   

Dr. Günther Rusch hat sich seit seinen Studienjahren in den 1960er und 70er Jahren in vielfältiger Weise mit nahezu allen Regionen Afrikas befasst; wissenschaftlich, als Berater, Referent und Delegierter von Hilfsorganisationen. In seiner Nebentätigkeit hat er über dreißig Jahre an der Vorbereitung von Auslandstätigen (Entwicklungshelfern, Diplomaten, Praktikanten usw.) mitgewirkt. Seine Erfahrungen nutzt er jetzt als Dozent an der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus, an zwei afrikanischen Hochschulen sowie in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Bildungs- und Umweltfragen in Afrika.

Nix wie weg!
Warum Afrika für viele Bewohner keine Heimat mehr ist.
Tagesseminar von Dr. Günther Rusch

04.11.2017, 09:30 – 16:30 Uhr
Internationale Begegnungsstätte „Lohgerberei“,
Bahide-Arslan-Gang, Mölln
Eintritt frei!

Als sich im 19.Jahrhundert die Bevölkerung der deutschsprachigen Länder fast verdreifachte und als durch Veränderungen in der Landwirtschaft zahllose Bauern eine neue Existenz suchen mussten, gab es zwei Ventile: die Auswanderung nach Übersee und die Abwanderung in die entstehenden Industriegebiete.

Die Bevölkerung Afrikas hat sich in den letzten einhundert Jahren um nahezu das Vierfache vergrößert. Doch die Ventile, die in Europa vorhanden waren, gab und gibt es im Nachbarkontinent nur sehr beschränkt. Arbeitsmöglichkeiten – und vor allem Einkommenschancen bieten oft keine Gewähr zum Überleben. Politische und traditionelle und häufig religiöse Strukturen halten viele Menschen in einer zum Teil erniedrigenden Abhängigkeit. So ist jede Abwanderung aus den Heimatgebieten fast eine Flucht, und dennoch ist es nicht nur ein individuelles Streben nach einem besseren Leben, sondern über 90 % der Afrikanerinnen und Afrikaner nehmen die Mühen der Flucht oder Migration auf sich, um ihren daheim gebliebenen Angehörigen zu helfen. Manche Länder hängen zu über 50 % ihres Bruttosozialprodukts von den Migranten in der sog. Diaspora ab.

Und noch etwas: Für viele Staaten sind Kapital und Fachwissen der Rückkehrer unentbehrlich. Mit zahlreichen Beispielen, dem Einsatz von Medien und Rollenspielen möchte der Referent einige Elemente der Migration in Afrika vermitteln und dazu beitragen, Flüchtlinge und Migranten bei uns nicht nur als Belastung zu sehen.

 

 


   

   

9. Regionalkonferenz Rechtsextremismus

11.11.2017
Rudolf-Tarnow-Schule
Boizenburg
Anmeldung unter www.raa-mv.de/regionalkonferenz2017

9. Regionalkonferenz Rechtsextremismus

 

 


   

   

   

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Dr. Udo Metzinger

"Trump, BREXIT und ein Polit-Clown - Verlottert die Demokratie?"
Vortrag mit Dr. Udo Metzinger

28.03.2017, 19:00 Uhr
Ratssaal des Ratzeburger Rathauses, Unter den Linden 1
Eintritt frei

Was sagt es über die Demokratie, wenn Donald Trump ein durchaus aussichtreicher Kandidat für das mächtigste politische Amt der Welt werden kann? Und wenn dies in einer Weise geschieht, die jedes Niveau einer politischen Auseinandersetzung unterschreitet? Was sagt es über die Demokratie, wenn Massen, Männer und Frauen, diesem Kandidaten auch noch zu jubeln? Was sagt es über die Demokratie, wenn in einer Volksabstimmung, dem scheinbaren Ideal demokratischen Handelns, schamlos mit falschen Informationen argumentiert und dieses im Nachhinein auch ebenso so schamlos zugegeben wird. Was sagt es über die Demokratie, wenn ein Politclown voller Kritik aber ohne eigene Ideen als Ikone der Veränderung gefeiert und ins Parlament getragen wird? Was sagt es über die Demokratie, wenn die Debattenkultur virtuell und auch real verroht, Sachinformationen diskreditiert werden und Experten und dem sogenannten "Establishment" das Vertrauen entzogen wird. Wird Politik so zunehmend zum Showbetrieb?

Zusammen mit Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger soll diesen Fragen nachgegangen werden ... Fragen, die den Politikbetrieb genauso kritisch in den Blicknehmen wie den Wähler, um die entscheidende Frage zu beantworten ... lassen wir unsere demokratischen Institutionen verlottern?

Die Vortragsveranstaltung wird in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg durchgeführt.

 

 


   

   

Die Dozenten: Christoph Ernst (l.) hat Geschichte studiert und gibt als Autor regelmäßig Kurse in kreativem Schreiben. Mark Sauer (r.) ist Politologe und erstellt beruflich laufend und leidenschaftlich gern politische Texte. Beide denken gern auch mal neben der Spur, können sich konstruktiv streiten und halten Toleranz für eine harte Übung. Es dürfte spannend werden.

Die Schreibwerkstatt wird in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg ausgerichtet und von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter 0451-800-146 oder 04541-206726 aber obligatorisch.

Schreibwerkstatt "Der politische Text"
Wochendworkshop mit Christoph Ernst & Mark Sauer

24.03.2017, 16:00 - 21:00 Uhr
25.03.2017, 10:00 - 17:00 Uhr
Ernst-Barlach-Schule, 23909 Ratzeburg
In Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg
Eintritt frei, Voranmeldung obligatorisch unter Tel.: 0451/800-146 oder 04541/206726

"Wo lassen Sie denken?" - Diese zentrale Frage möchte die Schreibwerkstatt "Der politische Text" mit politisch interessierten Menschen diskutieren, ehrlich reflektieren und dabei einladen, selbst Erdachtes und Erkanntes tasächlich niederzuschreiben, als Essay, Kommentar, Gedicht oder Blog. Die Schreibwerkstatt "Der politische Text", ein kleines kritisches Werkzeug zu medialen Wahrheiten und Wirklichkeiten, ist eine Premiere, vielleicht ein Wagnis, auf das sich die Dozenten Christoph Ernst und Mark Sauer gerne einlassen wollen, um den Blick für selbstbestimmte, politische Standpunkte zu schärfen.

Begriffe bestimmen unser Denken, doch wer definiert die Begriffe und setzt die Agenda? Wir werden manipuliert. Fragt sich wie massiv und durch wen? In Zeiten orchestrierter Fake-News und polarisierter Debatten scheint es immer schwieriger, sich eine unabhängige Meinung zu bilden. Doch was ist das eigentlich, eine unabhängige Haltung, und wie drückt man sie so aus, dass man sich mit anderen, die anders denken, fruchtbar darüber austauschen kann? Es geht dabei um den politischen Diskurs, oder besser, um die Diskurskultur. Die droht scheinbar vor die Hunde zu gehen, so dass kritische Fragen mehr als angebracht sind. Die Schreibwerkstatt beschäftigt sich mit der Wirksamkeit politischer Texte und möchte selbst solche erstellen. Beispiele aus Gegenwart und Vergangenheit beleuchten dabei Quellen, Nachrichtenauswahl und Medienkampagnen, Propaganda und die Macht der Algorithmen.

Mitzubringen sind Neugierde, Lust auf Debatten, Kreativität und der Mut, sich auf unbequeme Positionen einzulassen. Letztlich geht es uns darum, das innere Ohr zu schulen, weil beide Dozenten davon überzeugt sind, dass Zuhören auch und gerade in der Politik die wichtigste Technologie ist.

 

 


   

   

David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. Magdeburg

"Reichsbürger – Eine Gefahr für die demokratische Ordnung?"
Tagesseminar mit David Begrich, Miteinander e.V. Magdeburg

23.02.2017, 09:30–16:30 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei",
Bahide-Arslan-Gang, 23879 Mölln
Eintritt frei, Voranmeldung obligatorisch und verbindlich unter 04541-206726

Die Reichsbürger-Szene ist seit den gewalttätigen Übergriffen auf Polizeibeamte mit zum Teil tödlichen Ausgang in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt, als Phänomen aber bereits seit langem bekannt. Immer wieder treffen Kommunalverwaltungen, Polizei oder Justiz auf Menschen, die sie mit kruden Verschwörungstheorien oder gar der Leugnung der Existenz der Bundesrepublik konfrontieren, die sich weigern, Gebühren und Abgaben an eine vermeintliche „BRD-GmbH“ zu zahlen oder gar kleinen Fantasiestaaten ausrufen und bizarre Staatsrechtstheorien entwerfen.

Öffentliche Bedienstete werden dabei oftmals angefeindet, bedroht, genötigt oder sogar körperlich angegriffen. Diese Konfrontation mit Staatsorganen wird zum Teil offensiv gesucht und medial im Internet vermarktet und findet dort zunehmend und viral Anklang.

Im Workshop will der Rechtsextremismusforscher David Begrich ein Schlaglicht auf diese Szene werfen und ihr sehr heterogen Spektrum aufzeigen. Er wird dabei der Frage nachgehen, ob diese Szene ein Potential zur Militanz besitzt, dass staatsgefährdend sein kann und wie der souveräne Umgang mit „Reichbürgern“ aussehen sollte.

 

 


   

   

   

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Dr. Yaşar Aydin

Yaşar Aydın kam mit vier Jahren nach Deutschland und lebt seitdem fast ununterbrochen in Hamburg. Yadın studierte Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Hamburg (2001) und Lancaster (2002). Yaşar Aydın war während des Studiums und der Promotion Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung und ist Mitglied des Hamburger TürkeiEuropaZentrums. Nach Abschluss des Studiums war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Hamburger Institut für Sozialforschung und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. 2009 promovierte er mit dem Thema „Topoi des Fremden: Zur Analyse und Kritik einer sozialen Konstruktion“ in Hamburg. Vom August 2009 bis März 2012 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut an einem Projekt mit dem Thema „Abwanderungsabsichten und Abwanderung von Hochqualifizierten türkischer Herkunft aus Deutschland in die Türkei“. Er forschte zuletzt an der SWP - Stiftung Wissenschaft und Politik ur türkischen Außenpolitik und lehrt zurzeit an der HafenCity Universität Hamburg und Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie.

Wo stehen wir?
Deutsch-türkische Beziehungen im Kontext von Politik und Religion
Vortrag mit Dr. Yaşar Aydin

29.11.2016, 19:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Eintritt frei

Die Religionspolitik der Türkei zieht auch hierzulande viel Aufmerksamkeit auf sich. Der Grund hierfür ist die Türkisch-Islamisch Union der Anstalt für Religion, der Nähe zur Regierung Erdogan unterstellt wird und zu der die deutsche Politik zunehmend auf Distanz geht. Es wird befürchtet, dass die fortdauernde Entsäkularisierung in der Türkei Deutschland erreicht und die Integration von Türkeistämmigen beeinträchtigt.

Wo steht die Türkei aktuell im Verhältnis von Religion und Politik, im Verhältnis zur Entsäkularisierung? Wo stehen wir im Verhältnis zur Türkei? Und was bedeuten diese Entwicklungen für die Struktur des Islam in Deutschland?

Dr. Yaşar Aydin, Sozialwissenschaftler an der HafenCity Universität Hamburg und der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie, lädt ein, diese Fragen gemeinsam zu beleuchtet und zu diskutieren.

 

 


   

   

Ayça Polat und Andreas Speit

     

Hier können Sie den aktuellen Flyer (PDF) zur Veranstaltung herunterladen:

Muslimfeindlichkeit als Propagandamotiv rechtspopulistischer Parteien und Strömungen in Europa
Ganztagesseminar mit Andreas Speit & Ayça Polat

19.11.2016, 09:30 - 17:00 Uhr
im Rahmen der 8. Regionalkonferenz Rechtsextremismus im Zeughaus, Wismar
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Im Zuge der gesellschaftlichen Debatte um Flüchtlinge, Flucht und Asyl lässt sich gegenwärtig eine Zunahme von antimuslimischem Rassismus beobachten. So stimmten in einer repräsentativen Umfrage in diesem Jahr 41,4 % der Befragten der Aussage zu, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte. Der Zustimmungswert hat sich seit 2009 somit fast verdoppelt. Dieses Klima versuchen nicht nur Rechtsextreme für ihre menschenverachtende Propaganda zu nutzen. Auch bürgerlich auftretende rechtspopulistische Initiativen und Parteien machen damit Stimmung. Dabei werden der Islam und alle als Muslime wahrgenommenen Menschen (unabhängig davon, ob sie sich selber als Muslime begreifen) als Fremdkörper in einem vermeintlich christlichen Abendland beschrieben, der sich in Form einer „Besiedelung“ zunehmend ausbreite und die Gefahr von Terrorismus, der schleichenden Einführung der Sharia und der Überfremdung mit sich bringe. In dieser Argumentation wird sich einerseits häufig auf europäische Werte und Kultur bezogen, andererseits wird die Angst vor dem Islam von rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa geschürt.

In diesem Workshop wird Prof. Ayca Polat zunächst erläutern, in wieweit antimuslimische Einstellungen als eine Form des (Neo-)Rassismus verstanden werden müssen und wie dies mit Theorien des Eurozentrismus und des Orientalismus in Zusammenhang steht. Im Anschluss daran wird Andreas Speit einen Blick auf die europäische Ebene werfen: wie ist es um den Rechtspopulismus in Europa bestellt? Kann antimuslimischer Rassismus als das verbindende Element europäischer Rechtspopulisten verstanden werden? Wie geschieht dies? Danach wollen die Referierenden miteinander und mit den WorkshopbesucherInnen ins Gespräch und in die Diskussion kommen.

Ayça Polat, geboren 1972, ist seit März 2015 Professorin an der Fachhochschule Kiel im Fachbereich Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Interkulturalität und Migration. Zuvor war die Referentin nach ihrer Promotion in Sozialwissenschaften viele Jahre Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg und dort für die Gestaltung einer zukunftsorientierten Einwanderungspolitik verantwortlich.

Andreas Speit, geboren 1966, ist Sozialwirt und freier Journalist für u.a. die taz Hamburg, den Freitag und blick nach rechts. Er ist Autor und Herausgeber diverser Bücher zum Bereich Rechtsextremismus, darunter (gemeinsam mit Martin Langebach) „Europas radikale Rechte. Bewegungen und Parteien auf Straßen und in Parlamenten.“

 

 


   

   

Kurt Edler

Studiendirektor a.D. Kurt Edler hat von 2004-2015 das Referat Gesellschaft am Hamburger „Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung“ geleitet und Senat, Schulen und Lehrkräfte hinsichtlich des Umgangs mit politischen und religiösen Radikalisierungserscheinungen bei Kindern und Jugendlichen beraten. Er ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und von der Kultusministerkonferenz beauftragter Koordinator im Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“.

Werte- und Kulturkonflikte in der Schule der Einwanderungsgesellschaft
Seminar für Lehrkräfte und Sozialpädagogen mit Kurt Edler

21.09.2016, 15:00 - 19:00 Uhr
Alfred-Nobel-Schule, Neuer Krug 37 – 39, Geesthacht
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Je mehr die Angst vor unfriedlicheren Zeiten um sich greift, desto lauter wird auch die Frage, was denn unser Erziehungs- und Bildungswesen dazu beiträgt, die junge Generation davon abzuhalten, sich für menschenrechts- und demokratiefeindliche Ideologien und Strategien, wie sie der islamistische Extremismus oder auch der Rechtsextremismus in modernen und jugendgerechten Formen der Ansprache anbietet, einspannen zu lassen. Die gesellschaftliche Verantwortung der Bildungseinrichtungen besteht nicht nur darin, die Berufsfähigkeit zu sichern. Die Frage ist, ob und inwieweit die Schule den Fortbestand der demokratischen Ordnung und der freiheitlichen Lebensform sichert. Dabei stellen sich den pädagogischen Profis neue, ungewohnte Herausforderungen. Wie bereiten sich meine Schüler/innen auf das Leben in einer freiheitlichen Gesellschaft und einer pluralen politischen Ordnung vor? Wie können wir den Einwanderern unter ihnen helfen, die Traumata von Bürgerkrieg und Unterdrückung zu überwinden? Wie können wir die mitgebrachten Erfahrungen in den Bildungsschatz unserer Gesellschaft integrieren? Bringen wir genügend Grundrechtsklarheit, aber auch genügend Empathie auf, um ihnen zu helfen, sich von autoritären und emanzipationsfeindlichen Vorstellungen zu lösen? Wieviel kulturelle Diversität muss Schule gewährleisten, und wo sind die Grenzen der Toleranz?

 


   

   

Kurt Edler

Studiendirektor a.D. Kurt Edler hat von 2004-2015 das Referat Gesellschaft am Hamburger „Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung“ geleitet und Senat, Schulen und Lehrkräfte hinsichtlich des Umgangs mit politischen und religiösen Radikalisierungserscheinungen bei Kindern und Jugendlichen beraten. Er ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik und von der Kultusministerkonferenz beauftragter Koordinator im Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“.

Werte- und Kulturkonflikte in der Schule der Einwanderungsgesellschaft
Seminar für Lehrkräfte und Sozialpädagogen mit Kurt Edler

19.09.2016, 15:00 - 19:00 Uhr
Berufsbildungszentrum Mölln, Kerschensteiner Str. 2
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Je mehr die Angst vor unfriedlicheren Zeiten um sich greift, desto lauter wird auch die Frage, was denn unser Erziehungs- und Bildungswesen dazu beiträgt, die junge Generation davon abzuhalten, sich für menschenrechts- und demokratiefeindliche Ideologien und Strategien, wie sie der islamistische Extremismus oder auch der Rechtsextremismus in modernen und jugendgerechten Formen der Ansprache anbietet, einspannen zu lassen. Die gesellschaftliche Verantwortung der Bildungseinrichtungen besteht nicht nur darin, die Berufsfähigkeit zu sichern. Die Frage ist, ob und inwieweit die Schule den Fortbestand der demokratischen Ordnung und der freiheitlichen Lebensform sichert. Dabei stellen sich den pädagogischen Profis neue, ungewohnte Herausforderungen.

Wie bereiten sich meine Schüler/innen auf das Leben in einer freiheitlichen Gesellschaft und einer pluralen politischen Ordnung vor?

Wie können wir den Einwanderern unter ihnen helfen, die Traumata von Bürgerkrieg und Unterdrückung zu überwinden? Wie können wir die mitgebrachten Erfahrungen in den Bildungsschatz unserer Gesellschaft integrieren? Bringen wir genügend Grundrechtsklarheit, aber auch genügend Empathie auf, um ihnen zu helfen, sich von autoritären und emanzipationsfeindlichen Vorstellungen zu lösen? Wieviel kulturelle Diversität muss Schule gewährleisten, und wo sind die Grenzen der Toleranz?

 

 


   

   

Dr. Udo Metzinger

Amerika hat die Wahl
Sommerseminar mit Dr. Udo Metzinger

09.07.2016, 09:30 – 16:30 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Am 8. November 2016 ist es wieder soweit: in Amerika werden der Präsident, das Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats gewählt. Die Präsidentschaftswahl ist dabei die Wichtigste, bestimmt sie doch darüber, wer das Land die nächsten vier Jahre führen wird. Es ist eine Wahl, die schon in den Vorwahlen polarisiert, die Wahl einer offensichtlich tief gespaltenen Nation. Viel Diskussionsstoff also für das politische Sommerseminar im Rahmen der politischen Bildungsreihe „Demokratie leben“ des Vereins Miteinander leben e.V. in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ Mölln am 09.07.2016 von 09:30 – 16:30 Uhr.

PolitikwissenschaftlerDr. Udo Metzinger wird als Experte für amerikanische Politik ins amerikanische Wahlsystem einführen, zusammen mit den Seminarteilnehmer*innen den Verlauf der Vorwahlen und besonders den Erfolg der Kandidaten Bernie Sanders und Donald Trump analysieren, die Situation in Amerika nach 8 Jahren Präsidentschaft von Barack Obama bewerten und schließlich eine Ausblick versuchen, wer das Rennen um das mächtigste Amt der Welt machen wird: Clinton oder Trump? Denn auch für die Welt ist das Wahlergebnis von großer Bedeutung, beinhaltet die Wahl doch auch eine außenpolitische Richtungsentscheidung für Amerikas zukünftige Rolle in der Welt.

Das Sommerseminar wird nach Möglichkeit den Sommer mit einbauen und im Garten des „Lohgerberei“ stattfinden. Es ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist jedoch unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de erforderlich.

 

 


   

   

Dr. Udo Metzinger

Die TTIP-Kritik - berechtigt oder aus der Mottenkiste des Anti-Amerikanismus?
Ganztagesseminar mit Dr. Udo Metzinger

12.03.2016, 09:30 – 16:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Chlorhühnchen – dieser Begriff steht symbolisch für die Sorgen und Ängste der Menschen, die das geplante Freihandelsabkommen ablehnen. Mangelnde Transparenz, die Sorge, dass nur die die Interessen der großen Konzerne bedient werden, Verlust der kulturellen Besonderheiten – all diese Dinge sind auch immer wieder zu hören. Vor allem die Sorge, von den Amerikanern über den Tisch gezogen zu werden, ist da. Im Seminar wollen wir uns mit Fakten zu TTIP beschäftigen und dann bewerten, ob die Kritik berechtigt ist oder doch nur der Mottenkiste des Anti-Amerikanismus entstammt.

 

 


   

   

Reinhard Crusius

Reinhard Crusius,
geboren 1941 in Gütersloh; viele Jahre Arbeit als Schriftsetzer; Studium über Zweiten Bildungsweg in Hamburg; Diplom-Volkswirt, Dr. rer. pol.; Habilitation an der TU Berlin. Diverse Aufsätze, Rundfunkbeiträge und Veröffentlichungen.

Foto: Jan Precht, Hamburg

TTIP - Droht Europa der Ausverkauf von Sozial- und Umweltstandards durch die Hintertür?
Vortrag mit Dr. Reinhard Crusius
in Kooperation mit der Volkshochschule Ratzeburg

03.03.2016, 19:00 Uhr
Rathaus der Stadt Ratzeburg
Unter den Linden 1, 23909 Ratzeburg
Der Eintritt ist frei!

Unter dem Motto „Demokratie leben“ haben sich die Volkshochschule Ratzeburg, der Verein Miteinander leben e.V. Mölln und das Ratzeburger Bündnis, zusammen gefunden, um wiederkehrend politische Bildungsveranstaltungen zu aktuellen und strittigen Themen anzubieten. Das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen TTIP ist zweifelsohne ein solch hochaktuelles, wie auch politisch umstrittenes Thema. 250.000 Menschen demonstrierten allein in Berlin gegen TTIP und die aus Sicht vieler Menschen mangelnde Transparenz der Verhandlungen. Aber was wird dort verhandelt? Gar der Ausverkauf europäischer Sozial- und Umweltstandards zugunsten eines amerikanischen Wirtschaftsmodels? Und warum ist es so schwer, sich in den Medien zu TTIP umfassend und nachvollziehbar zu informieren? Kritische Fragen, die zu kritischer Diskussion anregen sollen, zusammen mit dem Hamburger Ökonom und TTIP-Kritiker Dr. Reinhard Crusius, Autor des Buches "Rettet Europa, nicht nur die Banken".

 

 


   

   

   

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7. Regionalkonferenz Rechtsextremismus

21.11.2015, 09:30 - 17:15 Uhr
„Haus der sozialen Dienste“ – Lebens hilfewerk Mölln-Hagenow
Grambeker Weg 111, 23879 Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung erbeten unter sauer@ratzeburg.de

Erstmalig auf der Regionalkonferenz Rechtsextremismus soll ein Workshop von und für Jugendliche angeboten werden. Die „Demokratiescouts“ des Vereins Miteinander leben e.V. aus Ratzeburg und Mölln haben diese Aufgabe verantwortlich übernommen und sich das Thema „Hass im Netz“ ausgesucht. Der Workshop richtet sich primär an junge Menschen aus Jugendbeiräten und Schülervertretungen, allerdings nicht ausschließlich, so dass auch ältere Semester aus dem Umfeld von Schulen und Jugendeinrichtungen gerne zur gemeinsamen Information und Diskussion willkommen sind.

Rund 80 Teilnehmer nutzen das Forum der vorletzten Regionalkonferenz Rechtsextremismus in Bargteheide

JUGENDWORKSHOP
„Hass im Netz –
Wie rechte Hetze im Internet radikalisieren will“
Workshopleitung: Simone Rafael (Amadeu-Antonio-Stiftung)
Moderation: Labiba Ahmed und Annika Sauer (Demokratiescouts)

„Über soziale Medien können Menschen weltweit Gleichgesinnte fi nden, dass diese Möglichkeit auch von Rechtsextremen genutzt wird ist bekannt. Aber wie organisieren sie sich und wie wird Hetze im Netz koordiniert? Und vor allem was bedeutet dies für uns? Wie können wir uns gegen die Verbreitung von Hass im Netz wehren. Mit Simone Rafael als Referentin werden wir uns diesen Themen widmen. Die freie Journalistin hat Internetportale gegen rechte Gewalt aufgebaut und entwickelt Ideen gegen Rechtsextremismus im Internet mit der Amadeu-Antonio-Stiftung.“

 


   

   

Kurt Edler

Kurt Edler (Jg. 1950), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. und deutscher Koordinator beim Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“. Als Referatsleiter am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung zuständig für politische Lehrerbildung und den Bereich Extremismusprävention. Mitwirkung im Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und im Koordinationsteam des in Gründung befindlichen Hamburger Netzwerks zum religiösen Radikalismus.

Islamistischer Extremismus – Ganz weit weg
oder längst vor unserer Haustür?
Ganztagesseminar mit Kurt Edler

06.11.2015, 09:30 – 16:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Islamistischer Extremismus ist für die allermeisten Bürger ein rein mediales Phänomen. Es zeigt sich vor allem in den Berichterstattungen über den Krieg in Syrien, über Massaker in Nigeria, über Terroranschläge in Kenia, Tunesien, Paris oder Kopenhagen oder auch in Meldungen über die Vereitelung vom geplanten Straftaten durch aufmerksame Sicherheitsbehörden. Schlagworte wie „IS“, „Islamischer Staat“ oder „Boko Haram“ stehen plakativ für dieses Phänomen ebenso wie der Begriff „Salafismus“. Und doch bleiben die Strukturen, die Akteure, die Handlungsfelder, die Organisationsformen und die Strategien dieser Form des Extremismus verborgen. Es ergibt sich kein klares Bild mit Namen und potenziellen Zielen, Aktionsräumen und deutlichen Botschaften. Ebenfalls unsichtbar für das bürgerliche Auge bleibt die Propaganda, die gerade junge Menschen in ihren Bann zu ziehen versteht, die geschickt neue Medien mit sehr viel Geld in professioneller Weise nutzt. Sichtbar werden auch hier nur wieder Berichte über junge Menschen, die sich unvermittelt auf den Weg nach Syrien gemacht haben, über verzweifelte Eltern, die von einer Radikalisierung kaum etwas mitbekommen haben, von muslimischen Gemeinden, die zunehmend verunsichert sind, wer Einfluss auf die jungen Muslime nimmt.

Islamistischer Extremismus wirkt in der Mehrheit der Gesellschaft mithin wie eine nebulöse Bedrohung, die von außen kommt, von Fremden an uns herangetragen wird. Eine fatale Sichtweise, da islamistische Strukturen schon lange in unserer Gesellschaft wirken und gerade von muslimischen Bürgern auch sehr deutlich und mit großer Sorge wahrgenommen werden. Doch… wer redet mit muslimischen Bürgern über dieses Phänomene?

Kurt Edler hat sich in seiner Funktion als ehemaliger Referatsleiter Gesellschaft am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg intensiv mit diesem Phänomen auseinandersetzen müssen, um Schulen zu beraten, in denen Radikalisierungstendenzen beobachtet werden, und war dabei immer im Kontakt mit Sicherheitsbehörden und muslimischen Verbänden. Aus dieser Erfahrung heraus kann er ein Bild des islamistischen Extremismus zeichnen, wie er sich vor unserer Haustür abspielt, in den Schulen wirkt, den sozialen Netzwerken. Ein Blickwinkel, der auch für die Mehrheitsgesellschaft dringend notwendig ist, um nicht weitsichtig zu werden und diese Bedrohung nur im Nahen Osten zu sehen. Kurt Edler lädt deshalb ein, einmal die Brille aufzusetzen und gemeinsam die Zeichen vor Ort zu lesen, um erkennen, verstehen und handeln zu können.

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Eine Mittagsverpflegung wird gestellt. Anmeldungen unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de


   

   

Kurt Edler

Kurt Edler (Jg. 1950), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. und deutscher Koordinator beim Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“. Als Referatsleiter am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung zuständig für politische Lehrerbildung und den Bereich Extremismusprävention. Mitwirkung im Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und im Koordinationsteam des in Gründung befindlichen Hamburger Netzwerks zum religiösen Radikalismus.

Dschihadismus und Einflussnahme gewaltbereiter
Gruppen auf junge Menschen
Vortrag und Diskussion mit Kurt Edler

29.10.2015, 19:00 – 22:00 Uhr
im Ratssaal der Stadt Geesthacht
Teilnahme kostenfrei

Etwa 700 zumeist junge Menschen haben sich aus Deutschland bisher auf den Weg zum "Islamischen Staat" gemacht, und allein aus Hamburg sind bisher 50 Ausgereiste zu vermelden. Zehn davon sind, so sagen die Sicherheitsdienste, um Leben gekommen. Es sind fast immer junge Menschen, und daher brennt allen Eltern, Freunden, Nachbarn, aber auch allen pädagogisch Verantwortlichen eine Frage auf den Nägeln: Wie können wir das verhindern? Der Referent des Abends, Kurt Edler, war für die Hamburger Schulbehörde jahrelang in der Extremismusprävention tätig und berichtet anhand von Fallbeispielen über typische Verlaufsformen einer islamistischen Radikalisierung, um dann Tipps für die Vorbeugung zu geben.


   

   

Dr. Udo Metzinger

"Wer sind wir? – Identität, Kultur und Politik".
Ganztagesseminar mit Dr. Udo Metzinger

12.09.2015, 09:30 – 16:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

„Demokratie muss gelebt werden, Demokratie muss erlernt werden.“ … unter diesen Motto hat der Verein Miteinander leben e.V. vor drei Jahren zusammen mit Bildungseinrichtungen in der Region die politische Vortrags- und Fortbildungsreihe „Demokratie leben“ ins Leben gerufen, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen. Sie wurde 2012 im Rahmen des „Jahres der politischen Bildung“ mit weiteren Kooperationspartner thematisch ausgebaut und soll auch in 2015 wieder politisch interessierte Menschen motivieren, über aktuelle und wichtige Fragen aus Politik und Gesellschaft zu diskutieren.

So richtet der Verein Miteinander leben e.V. am 12.09.2015, 09:30 – 16:00 Uhr ein weiteres Ganztagesseminar als Fortbildungsangebot zusammen mit dem Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger aus Frankfurt/M. in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ in Mölln aus. Im Fokus wird dieses Mal die Frage stehen: "Wer sind wir? – Identität, Kultur und Politik". In vielen Ländern Europas feiern Parteien mit ausländer- und islamfeindlichen Programmen Erfolge. Auch bei uns gibt es selbsternannte "Volks-" Bewegungen, die sich auf die christlich-abendländische Tradition berufen. Doch was ist diese Tradition überhaupt? Wissen wir, wer wir sind und was uns ausmacht? Was sind unsere Werte, die immer wieder gerne beschworen werden? Wie verhält es sich mit diesen Werten angesichts der Tatsache, dass vielleicht nicht alle Einwanderer diese teilen? Ein Blick in die Praxis anderer Länder soll uns zeigen, wie diese mit den o.g. Fragen umgehen. Vielleicht können wir das ein oder andere von ihnen lernen. Am Ende werden wir hoffentlich sehen, was „uns“ in einer globalisierten Welt ausmacht. Ein Seminar, das unbedingt zum Mitdiskutieren einlädt.

Das Seminar ist kostenlos und auf 20 Teilnehmer begrenzt. Ein Mittagessen wird jeweils gegen eine geringe Kostenbeteiligung der Seminarteilnehmer organisiert. Eine Anmeldung zum Seminar ist erforderlich unter miteinander.leben@t-online.de oder 04541-206726.


   

   

Dr. Udo Metzinger

Islamismus und Terrorismus als sicherheitspolitische Herausforderung
Ganztagesseminar mit Dr. Udo Metzinger

28.03.2015, 09:30 – 16:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei" in Mölln
Teilnahme kostenfrei
Anmeldung (obligatorisch) unter 04541-206726 oder miteinander.leben@t-online.de

Der islamistische Terrorismus hat auch im Westen zugeschlagen: Von New York über London bis Paris zieht sich seine blutige Spur. Doch betroffen von dieser Geißel sind in erster Linie die Menschen im muslimischen Kulturkreis selbst, wo fast täglich Menschen bei Anschlägen sterben. Der Terrorismus destabilisiert und radikalisiert ganze Regionen der Welt, lässt Staaten und Gesellschaften scheitern. Und wenn uns etwas wirklich beunruhigen sollte in der Welt des 21. Jahrhunderts, dann sind das scheiternde und gescheiterte Staaten: Staaten ohne Kontrolle, Recht und Ordnung. Betroffen davon ist wiederum die gesamte globalisierte Welt in Form von exportiertem Terrorismus, Piraterie, Flüchtlingsbewegungen. Das Seminar zeigt die Zusammenhänge in diesem "Teufelskreis" auf und versucht, Perspektiven zu entwickeln, wie dieser Problematik begegnet werden kann.


   

   

   

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Dr. Udo Metzinger

"TTIP - das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen als Chance oder Risiko?"
Vortrag mit Dr. Udo Metzinger

18.11.2014, 19:00 Uhr
Stadthauptmannshof, Mölln, Hauptstraße 150
in Kooperation mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg

Chlorhühnchen – dieser Begriff steht symbolisch für die Sorgen und Ängste der Menschen, die das geplante Freihandelsabkommen ablehnen. Mangelnde Transparenz, die Sorge, dass nur die die Interessen der großen Konzerne bedient werden, Verlust der kulturellen Besonderheiten – all diese Dinge sind auch immer wieder zu hören. Aber ist das Freihandelsabkommen nicht auch eine Chance in einer Welt, in der der "Aufstieg der Anderen“ (China, Indien) längst begonnen hat und die Zukunft des Westens alles andere als gesichert ist?

Eintritt frei!


   

   

Sedat Şimşek,
Vorsitzender DITIB Nord

"Antiislamismus in unserer Gesellschaft – Wie wir Muslime wahrnehmen"
Gesprächsabend mit Sedat Şimşek, Vorsitzender DITIB Nord
Moderation Jörg-Rüdiger Geschke

27.11.2014, 19:00 Uhr
Stadthauptmannshof, Mölln, Hauptstraße 150
in Kooperation mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg

„Der Islam gehört zu Deutschland“, wird auf höchster politischer Ebene mit Nachdruck betont. Eine wichtige Botschaft für Muslime und Mehrheitsgesellschaft gleicher Maßen. Doch wird sie auch gehört? Zeigt sie sich in unserem alltäglichen Zusammenleben? Begegnen wir Muslimen tatsächlich auf Augenhöhe oder ist es doch immer noch Skepsis, Unwissenheit, Unverständnis oder gar Alltagsrassismus, die den Umgang prägen? Und welche Rolle spielen dabei die Medien, wenn intensiv über IS, aber kaum über Anschläge auf Moscheen in unserem Land berichtet wird? Sedat Şimşek, Vorsitzender der DITIB Nord, möchte im Rahmen eines Gesprächsabend am 27.11.2014 um 19:00 Uhr im Stadthauptmannshof in Mölln über diese Fragen sprechen und Einblicke in die Erfahrungswelt muslimischer Bürgerinnen und Bürger in unserem Land geben. Bei diesem von Jörg-Rüdiger Geschke moderierten Gesprächsabend wird es Gelegenheit zum Mitdiskutieren geben. Ein Abend, der zum Nachdenken anregen soll, aber auch zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Musikalisch die Veranstaltung von Saz-Spieler Hamit Cebici begleitet.

Der Gesprächsabend in der Reihe „Demokratie leben“ wird vom Verein Miteinander leben e.V. und der Stiftung Herzogtum Lauenburg kostenfrei angeboten, dank einer Förderung des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg.


   

   

David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. Magdeburg

"Schön leise sein beim Hilfe schreien oder doch lieber Klartext reden?" – Vom schwierigen Umgang mit Neonazi-Aktivitäten
Vortrag und Diskussion mit David Begrich von Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.

14.11.2014, 19:00 Uhr
Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei"

Diskursiv wird es am 14.11.2014 um 19:00 Uhr in der Internationalen Begegnungsstätte „Lohgerberei“ in Mölln zugehen, wenn unter dem Titel "Schön leise sein beim Hilfe schreien oder doch lieber Klartext reden? – Vom schwierigen Umgang mit Neonazi-Aktivitäten“ die Frage behandelt wird, wie die demokratische Zivilgesellschaft grundsätzlich damit umgehen kann, sollten sich Rechtsextreme mit ihren Aktionen im öffentlichen Raum zeigen oder präsentieren.

Rechtfertigen die Vorkommnisse eine breite öffentliche Reaktion oder soll man lieber Stillschweigen bewahren, um diesen Gruppen nicht noch unnötig Aufmerksamkeit zu schenken. Gibt es eine Aktionsschwelle, wo Ignoranz fahrlässig oder Aktionismus gar kontraproduktiv ist? David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. aus Magdeburg beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit solchen schwierigen Abwägungsprozessen im Rahmen seiner Beratungstätigkeit in Sachsen-Anhalt:

„Wo Neonazis den öffentlichen Raum besetzen, geht es zunächst darum, zu verstehen, ob sie ihn wirklich besetzen oder dies nur propagieren. Hektischer Aktionismus kann Neonazis ebenso aufwerten, wie gleichmütige Ignoranz. Souverän und wertebewusst sollte die Reaktion der Demokratie gegenüber der extremen Rechten ausfallen. Von daher ist die Frage, ob der öffentliche Auftritt von Neonazis sofort eine Reaktion der Zivilgesellschaft erfordert nicht generell, sondern von Fall zu Fall zu beantworten. Manchmal reicht ein Anschreiben, um die Anmaßung regionaler Neonazis zurückzuweisen. Manchmal wird ein solches nicht ausreichen, und es bedarf öffentlicher symbolischer Signale, die den Aktivitäten von Neonazis Grenzen setzen. Wichtig ist mithin, alles zu vermeiden, was den Rechtsextremen einen Platz einräumt, der ihnen nicht zusteht.“

Welche Anhaltspunkte man für diesen Abwägungsprozess letztlich gewinnen kann, soll im Rahmen dieser Veranstaltung erörtert werden.

Eintritt frei!


   

   

Kurt Edler

Kurt Edler (Jg. 1950), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. und deutscher Koordinator beim Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“. Als Referatsleiter am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung zuständig für politische Lehrerbildung und den Bereich Extremismusprävention. Mitwirkung im Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und im Koordinationsteam des in Gründung befindlichen Hamburger Netzwerks zum religiösen Radikalismus.

"Demokratiepädagogik in Schule und Jugendarbeit"
Seminar fürLehrkräfte und Sozialpädagogen
Ganztagesseminar mit Kurt Edler,
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V.

14.11.2014, 09:00 – 15:30 Uhr
Mölln, Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei", Bahide-Arslan-Gang
Anmeldungen erbeten bis zum 10.11.2014,
Teilnahme kostenfrei

Das Seminar führt in Leitgedanken und Erkenntnisse der Demokratiepädagogik ein und stellt dann anhand realer Erfahrungen Problemlagen aus der Praxis vor. Dabei geht es auch um das Zusammenspiel von Individuum und Institution. Im mittleren Teil haben die Teilnehmer/innen in Arbeitsgruppen Gelegenheit, Fallbeispiele zu diskutieren und Lösungsbeispiele zu entwickeln bzw. Tools für die Praxis kennenzulernen. An die Berichte aus den Arbeitsgruppen schließt sich eine Diskussion der Ergebnisse und eine Verständigung auf Leitlinien an. Ziel des Seminars ist, die demokratischen Handlungskompetenzen der Beteiligten zu steigern und ihre Fähigkeit zu erhöhen, die Demokratiequalität ihrer Einrichtung zu verbessern.


   

   

Kurt Edler

Kurt Edler (Jg. 1950), Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V. und deutscher Koordinator beim Europarats-Programm „Education for Democratic Citizenship and Human Rights“. Als Referatsleiter am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung zuständig für politische Lehrerbildung und den Bereich Extremismusprävention. Mitwirkung im Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und im Koordinationsteam des in Gründung befindlichen Hamburger Netzwerks zum religiösen Radikalismus.

"Wie können wir Regeln eines friedlichen Zusammenlebens entwickeln? Wie gelingt das in Schule und Zivilgesellschaft?"
Vortrag mit Kurt Edler,
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V.

13.11.2014, 19:00 Uhr
Ratzeburg, Petri-Forum, Am Markt 7
in Kooperation mit dem Kirchkreis Lübeck-Lauenburg

Neue Formen von Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit fordern die offene, plurale Gesellschaft heraus. Darauf reagieren Schulen und Jugendeinrichtungen oft verstört und hilflos. Der Vortrag beginnt mit einem Bericht über Konfliktlagen und Verhaltensmuster und erörtert reale Fallbeispiele. Im weiteren geht es um den Zusammenhang von Grundwerten, Regeln und Sanktionen. Daran schließen sich demokratische, pädagogische Ratschläge für das Handeln der Einzelnen und der jeweiligen Institution an.

Eintritt frei!


   

   

Prof. Dr. Hajo Funke

Foto: Nic Frank

Der NSU-Prozess und seine Bedeutung in der Gesellschaft
Vortrag mit Prof. Dr. Hajo Funke

11.11.2014, 19:00 Uhr
Ratzeburg, Ratssaal des Rathauses, Unter den Linden 1
in Kooperation mit der VHS Ratzeburg

Der NSU-Prozess, die juristische Aufarbeitung der umfangreichsten Terrorreihe in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik, dauert nunmehr 16 Monate. Er wird flankiert von der Arbeit der verschiedener Untersuchungsausschüsse, die zum Teil schon ihre Ergebnisse vorstellen könnten und das Bild eines Staatsversagens zeichnen, das seine Wurzeln nicht nur in Kompetenzgerangel von Sicherheitsbehörden hat, sondern auch im Rassismus, der in weiten Teile der Gesellschaft wirksam ist.
Was zeichnet sich nach über 139 Verhandlungstagen im NSU-Prozess für ein Bild von den Taten, den Tätern, den Ermittlungen, dem Umgang mit den Opfern? Hat der Prozess das Potential, einen weitergehenden gesellschaftlichen Diskurs anzustoßen über Rassismus, dem gesellschaftlichen Miteinander oder ist mit der eingeleiteten Veränderung der Sicherheitsarchitektur und der noch ausstehenden Urteilsverkündung Alles gesagt und getan?
Diesen Fragen sollen im Zentrum des Vortrages von Prozessbeobachter Prof. Dr. Hajo Funke vom Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin stehen und im Abschluss diskutiert werden.

Eintritt frei!


   

   

Sindyan Qasem

"Zwischen Beirut und Berlin. Neue Elemente des Antisemitismus: Kontext Nahostkonflikt"
Vortrag mit Sindyan Qasem, ufuq.de
Jugendkultur, Medien und politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft

04.11.2014, 19:00 Uhr
Polleyn-Zentrum, Jochim-Polleyn-Platz, Mölln
in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Mölln

Dass Antisemitismus in Deutschland unter jungen Musliminnen und Muslimen stark verbreitet sei, ist eine Wahrnehmung, die seit einigen Jahren auch öffentlichkeitswirksam berichtet wird. Empirische Daten zu antisemitischen Einstellungen unter Jugendlichen arabischer, türkischer und sogenannter muslimischer Herkunft liegen indes nur wenige vor. Ist Antisemitismus eine explizit 'islamische' Weltanschauung mit religiös begründeten Wurzeln? Welche Rolle spielen Erfahrungen der Jugendlichen in der deutschen Gesellschaft? Und wie lässt sich antisemitischen Einstellungen vorbeugen und pädagogisch begegnen? Im Vortrag und der anschließenden Diskussion soll sowohl die aktuelle Antisemitismus-Debatte analysiert als auch von der praktischen Arbeit mit Jugendlichen berichtet werden.

Eintritt frei!

   


   

   

Dr. Serge Embacher

Foto: David Ausserhofer

   

Vita
Serge Embacher, geboren 1965, lebt in Berlin. Er ist Politikwissenschaftler und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Bürgergesellschaft und Demokratiepolitik. Er hat im Deutschen Bundestag als wissenschaftlicher Referent gearbeitet und sich dort vor allem mit den Themenfeldern Kulturpolitik, Bürgerschaftliches Engagement und Innenpolitik beschäftigt. 2010 koordinierte er für das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) das Nationale Forum für Engagement und Partizipation. Zurzeit leitet er das Projekt Forum Inklusive Gesellschaft (in Kooperation mit dem BMAS). Zahlreiche Vorträge, Publikationen und Expertisen zu Demokratie und Bürgergesellschaft, zuletzt: Eine solidarische Bürgergesellschaft ist möglich! Aufsätze zu Demokratieund Engagement. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Bad Homburg 2013.

"Kommunale Selbstverwaltung in der demokratischen Krise? – Wenn den Bürger nichts mehr interessiert"
Ganztagesseminar mit Dr. Serge Embacher für Kommunalpolitiker*innen und kommunalpolitisch interessierte Menschen

01.11.2014, 09:30 – 16:00 Uhr
Mölln, Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei",
Bahide-Arslan-Gang
Anmeldungen erbeten bis zum 27.10.2014, Teilnahme kostenfrei

Die kommunale Selbstverwaltung gilt als ein hohes Gut, ermöglicht sie doch den Bürgern, sich eigenständig um die Belange ihrer Stadt, ihres Dorfes zu kümmern und selbst Entscheidung zu treffen. Sie hat durch die Selbstverwaltungsgarantie in Art. 28 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz Verfassungsrang und ist sogar in der Europäische Charta der kommunalen Selbstverwaltung von 1985 verbindlich festgeschrieben.

Was sich in den Verfassungstexten wie die Keimzelle der Demokratie in der Gesellschaft ausnimmt, politisch interessierte Bürger, die wie einst in der griechischen „Polis“ zum Wohle ihrer Kommune beraten und entscheiden, sieht in der gelebten Wirklichkeit jedoch vielfach anders aus. Eine seit Jahren sinkende Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen kennzeichnet ebenso die Realität, wie die zunehmenden Probleme der Parteien, ihre Wahllisten mit Personen zu besetzen und leere Publikumsplätze bei den kommunalen Ausschusssitzungen. Für das politische Ehrenamt hat kaum noch jemand Zeit oder Lust. Politischer Wille formiert sich hingegen viel schneller in der Form von NIMBY-Initiativen („Not-in my-backyard“), wenn Bürger sich durch Entscheidungen persönlich betroffen fühlen und meinen, ihren Status-Quo gegen das Gemeininteresse verteidigen zu müssen, häufig auch nach dem alle Möglichkeiten von gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungen ungenutzt verstrichen sind.

Zeigt sich in diesem wachsenden Desinteresse der Bürger an ihrer kommunalen Demokratie die vermeintliche Krise der Demokratie im Allgemeinen? Oder ist gar alles in Ordnung in den Städten und Gemeinden, dass der Bürger keine Notwendigkeit sieht, sich einzubringen? Sind es nur noch persönliche Belange, die einen Menschen politisch werden lässt, hat das „Gemeinwesen“ ausgedient? Und wie soll und kann sich die Kommunalpolitik darauf einstellen? Diese und weitere Fragen sollen in diesem Seminar aufgeworfen, analysiert und diskutiert werden.


   

   

Dr. Serge Embacher

Foto: David Ausserhofer

Vita
Serge Embacher, geboren 1965, lebt in Berlin. Er ist Politikwissenschaftler und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Bürgergesellschaft und Demokratiepolitik. Er hat im Deutschen Bundestag als wissenschaftlicher Referent gearbeitet und sich dort vor allem mit den Themenfeldern Kulturpolitik, Bürgerschaftliches Engagement und Innenpolitik beschäftigt. 2010 koordinierte er für das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) das Nationale Forum für Engagement und Partizipation. Zurzeit leitet er das Projekt Forum Inklusive Gesellschaft (in Kooperation mit dem BMAS). Zahlreiche Vorträge, Publikationen und Expertisen zu Demokratie und Bürgergesellschaft, zuletzt: Eine solidarische Bürgergesellschaft ist möglich! Aufsätze zu Demokratieund Engagement. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Bad Homburg 2013.  

"Politik verstehe ich nicht!"
Demokratie nur für Schlaue? Oder geht es auch in einfacher Sprache

31.10.2014, 19:00 Uhr
Schwarzenbek, Berufliches Förderzentrum
Hans-Koch-Ring 13
in Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow

Ist Demokratie nur etwas für die Schlauen? Oder geht nicht auch in einfacher Sprache? Und wer nimmt sich die Zeit, Politik zu erklären, wenn die Sachverhalte komplex sind und das politische Tagesgeschäft doch drängelt. Ist dies vielleicht gar nicht gewünscht? Oder hört sowieso keiner zu, so dass sich der Aufwand gar nicht lohnt. Schließlich ist der Bürger doch mündig und kann sich selber kümmern, wenn er will.

Angesichts stetig sinkender Wahlbeteiligung könnte diese Diskussion möglicherweise auch einen Erkenntnisgewinn liefern, warum Politik immer weniger interessiert. Vielleicht kommt das Interesse an Politik doch erst über das Verständnis von Politik zustande? Dr. Serge Embacher freut sich auf Ihre Beiträge zur Diskussion.

Eintritt frei!


   

   

   

  

   

   

   

   

Deborah Hartmann

Kostenloses Lehrerseminar
in Kooperation mit Yad Vashem Jerusalem
"Die Erinnerung an den Holocaust in der 3. Generation"

Das Möllner Jugendbildungsprojekt „OPEN MIND - Leben mit gelben Stern“ bietet Rahmen der Reihe „Demokratie leben“ in Kooperation mit Yad Yashem Jerusalem am 01. Oktober 2014 in der Zeit von 14:00 – 18:00 Uhr eine kostenlose Fortbildung für Lehrkräfte aller Fachschaften zum Thema

"Die Erinnerung an den Holocaust in der 3. Generation"
Themen – Methoden - Materialien

Die Fortbildung wird von Deborah Hartmann in den Räumen des Regionalen Bildungszentrums Mölln geleitet. Sie am arbeitet am Desk für die deutschsprachigen Länder der International School for Holocaust Studies, Yad Vashem. Zwischen 2011 und 2014 hat sie die pädagogische Abteilung Yad Vashems im deutschsprachigen Raum vertreten und in Berlin gelebt. Neben ihrer Tätigkeit für Yad Vashem hat sie am Projekt „Zeugen der Shoah“ der Freien Universität Berlin mitgewirkt, sowie am American Jewish Committee in Berlin pädagogische Materialien erarbeitet. Seit Juli 2014 lebt Deborah Hartmann wieder in Jerusalem.

Die International School for Holocaust Studies in Yad Vashem, Jerusalem und die Neri Bloomfield School of Design and Education in Haifa führen seit dem Jahr 2008 gemeinsam ein Postkarten-Designprojekt durch.

Jährlich zum Internationalen Holocaustgedenktag, dem 27. Januar, gestalten die Studierenden der Neri Bloomfield School in Haifa Postkarten, mit denen sie ihre persönliche Sichtweise auf einzelne Aspekte der Shoah künstlerisch zum Ausdruck bringen.

Die Postkarten zeigen den individuellen Zugang der jungen Künstlerinnen und Künstler zu dem komplexen Thema Shoah. Komprimiert auf das Format einer Postkarte bringen sie ihre persönlichen Interessen, Fragen und Gedanken sowie nicht selten ihren privaten Familienhintergrund zum Ausdruck.

Darüber hinaus ermöglichen die im Laufe dieses Projekts entstandenen Postkartensammlungen der Jahre 2008 bis 2013 einen einzigartigen Blick auf die facettenreiche kollektive Erinnerungskultur Israels, insbesondere auf den Beitrag der jungen, nunmehr dritten bzw. vierten Generation nach der Shoah. Mit der Auswahl und Übersetzung dieser Postkarten sollen in erster Linie junge Europäerinnen und Europäer aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen werden, sich mit der Perspektive junger Israelis auf die Shoah auseinanderzusetzen. Der damit ermöglichte Perspektivenwechsel kann Anstoß geben, die eigene Erinnerungskultur im Kontext einer jüdisch-israelischen Sichtweise zu hinterfragen und zugleich andere Formen des Umgangs und der Deutung von Geschichte kennenzulernen.

Der Workshop widmet sich zudem der Frage, wie die Shoah aus Sicht der dritten und vierten Generation in Israel und Deutschland rezipiert wird und in welcher Form an den Holocaust im 21.Jahrhundert erinnert wird.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Verein Miteinander leben e.V., entweder bei unserer Projektleiterin Gabriele Hannemann unter yadruth@gmx.de oder bei Mark Sauer unter der Rufnummer 04541 / 8000-114.


   

   

   

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"Berichten über Rechtsextremismus
Eine Bühne für Neonazis?"
Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion mit Journalisten
im Stadthauptmannshof Mölln vom 19.04.2013

18.05.2013, 15:00 Uhr
Offener Kanal Lübeck unter 98,8 MHz
(106,5 im Kabel) und als Direktsendung im Internet unter www.okluebeck.de

Unter dem Titel „Berichten über Rechtsextremismus – Eine Bühne für Neonazi?“ hat der Verein Miteinander leben e.V. zusammen mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg, dem Ratzeburger Bündnis und dem Beratungsnetzwerk Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein am 19. April 2013 eine Podiumsdiskussion mit Journalisten im Medaillonsaal des Stadthauptmannshofes in Mölln durchgeführt.

Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß diskutierte mit Stefan Schölermann vom NDR, Dr. Marc Brandstetter von der Internetplattform „Endstation Rechts“, Hanno Hannes von der Lauenburgischen Lokalredaktion der Lübecker Nachrichten, und Claas Greite vom Hamburger Abendblatt über das besondere Spannungsfeld von Berichterstattungen über die rechte Szene und deren Aktionen aus journalistischer Sicht.

Es wurden Themenkomplexe angesprochen, wie Recherchen zu rechtsextremen Aktivitäten, Berichte über die NPD (insbesondere in Wahlkampfzeiten), Darstellungen rechter Aufmärsche und sie wie die gezielte Instrumentalisierung der Neuen Medien durch Rechtsextremisten.

Die Podiumsdiskussion erfolgte im Rahmen der Reihe "Demokratie leben" - Politischen Bildung im Kreis Herzogtum Lauenburg und wurde zur nachträglichen Ausstrahlung im Offenen Kanal Lübeck aufgezeichnet.

Veranwortlich für die Sendung:
Mark Sauer
Verein Miteinander leben e.V.
Lohgerbergang
23879 Mölln.


   

   

"Berichten über Rechtsextremismus –
Eine Bühne für Neonazis?"
Podiumsdiskussion & Publikumsgespräch

19. April 2013, 19:00 Uhr
Medaillonsaal des Stadthauptmannshofes, Mölln

Stefan Schölermann (NDR) und
Dr. Marc Brandstetter (Endstation Rechts)
diskutieren mit Redakteuren und Journalisten

Der Verein Miteinander leben e.V. lädt zusammen mit der Stiftung Herzogtum Lauenburg, dem Ratzeburger Bündnis und dem Beratungsnetzwerk Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein am Freitag, den 19.04.2013 um 19:00 Uhr zu einem ein öffentliches Pressegespräch im Podiumsformat im Medaillonsaal des Stadthauptmannshofes in Mölln.

Unter dem Titel „Berichten über Rechtsextremismus – Eine Bühne für Neonazi?“ sind Redakteure und Journalisten aus der Region eingeladen, um gemeinsam über das besondere Spannungsfeld von Berichterstattungen über die rechte Szene und deren Aktionen aus journalistischer Sicht zu diskutieren. Stefan Schölermann vom NDR und Dr. Marc Brandstetter von der Internetplattform „Endstation Rechts“ werden als zwei fachkundige Moderatoren gemeinsam diese Gesprächsrunde leiten und strukturieren werden.

Es sollen Themenkomplexe angesprochen werden, wie Recherchen zu rechtsextremen Aktivitäten, Berichte über die NPD (insbesondere in Wahlkampfzeiten), Darstellungen rechter Aufmärsche und Aktionen oder die Veröffentlichung von Leserbriefen mit vermeintlich rechtsextremen Positionen. Dabei erhoffen sich die Veranstalter eine lebhafte Diskussion mit unterschiedlichen Standpunkten zur Herangehensweise an diese Berichterstattung, natürlich unter Beteiligung des Publikums.

Der Eintritt ist frei.


   

   

   

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Vortragsveranstaltung

Rechtsextremismus im Norden

22. November 2012, 19 Uhr GeesthachtMuseum!
im Krügerschen Haus, Bergedorfer Str. 28, 21502 Geesthacht

EINTRITT FREI !

Seit Jahren ist die Szene von „Nationaldemokratische Partei Deutschland“ (NPD), „Freie Kameradschaften“ (FK) und „Autonome Nationalisten“ (AN) im Wandel. Glatze und Bomberjacke oder „Ausländer raus“ war gestern. Heute kommen sie im coolen Style und sprechen von „Menschen, die nicht gezwungen werden dürfen, der Arbeit hinterher ziehen zu müssen“. Selbstbewusst wollen sie sich, trotz gewalttätigen Übergriffen, in der „Mitte der Gesellschaft“ verankern. Rein in die Sportvereine, ran an die Freiwillige Feuerwehr ist die Parole. Vor Ort sollen NPD-Mitglieder die bestehenden Sorgen und Ängste der Menschen aufgreifen. Im Alltag versuchen FK und AN Jugendliche und junge Erwachsene mit Musik und Freizeitangeboten anzusprechen. Nicht bloß im Hintergrund agieren längst verstärkt Mädchen und Frauen für die „nationale Opposition“. Bewusst gehen sie in soziale und pädagogische Berufe. Ausbleibende große Wahlerfolge im Norden, oder verkürzte Aufmärsche ändern an dem Kurs nichts.

In der Veranstaltung stellt der Journalist und Publizist Andreas Speit rechtsextreme Ideologien und Organisationen vor. Die Hinwendung der Szene in Schleswig-Holstein zu aktuellen Themen beim „Rechtsrock“ werden hinterfragt und die geänderte Rolle von Frauen und gezielte Erziehung der Kinder beleuchtet. In einem Vorab-Kurzreferat geht Stadtarchivar und Historiker Dr. William Boehart auf die Anfälligkeit des Kreises Herzogtum Lauenburg für rechtsextremistisches Gedankengut nach 1945 ein.

Unter dem Begriff „Renazifizierung“ beschreibt er den Umgang der öffentlichen Verwaltung, der Schulen und der Politik mit dem „Erbe“ der nationalsozialistischen Vergangenheit. Am Grenzgebiet entlang des „Eisernen Vorhangs“ entwickelte sich in weiten Bevölkerungskreisen eine besondere Mentalität, die eine offene und kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erschwerte..

Eine Veranstaltung der Volkshochschule Geesthacht.


    

"Die Gefahr kommt von Rechts!"
Rechtsextremismus im Kreis Herzogtum Lauenburg
nach 1945

Sonnabend, 17. November 2012
Ganztagesseminar (10-17 Uhr)
Ort: Internationale Begegnungsstätte "Lohgerberei", Lohgerbergang, Mölln

Der Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg lädt zusammen mit dem Verein Miteinander Leben e.V. zu einem Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Kreis Herzogtum Lauenburg nach 1945“.

Unter dem der Überschrift „Die Gefahr kommt von Rechts!“ befasst sich die Veranstaltung mit der Geschichte des Rechtsextremismus im Kreis nach dem Zweiten Weltkrieg, mit den Möllner Brandanschlägen von 1992 und mit der aktuellen Auseinandersetzung zu rechtsextremistischen Gedankengut und Aktionen in der Region.

Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: Christian Lopau; Tel: 0151-55117371; Anmeldung per Email: info@verein-miteinander-leben.de

Programm:
10 Uhr
Begrüßung und Einführung
(Wolf-Rüdiger Busch)
10.15 Uhr:
„Die 12 vergessenen Jahre“ – Forschung zum Nationalsozialismus im Kreis nach 1945
(Christian Lopau)
11.15 Uhr:
Die "Renazifizierung" im Kreisgebiet nach 1950
(Bill Boehart)
12.15 Uhr:
Die Dönitz-Affäre – Schulprojekt zur Aufarbeitung der lokalen NS-Geschichte am Beispiel Geesthacht
(Susanne Falkson)

13.15 -14.15 Uhr Gemeinsame Mittagspause in der Begegnungsstätte

14.15 – 17.00 Uhr
Podiumsdiskussion: Die Möllner Brandanschläge – Eine Bilanz 20 Jahre danach
Impulsreferat: Die „Asyl-Debatte“ in Deutschland um 1992 (Astrid Bußenius)
Moderation: Martin Stein (voraussichtlich)

Diskussionsteilnehmer:
Mark Sauer, Verein Miteinander Leben
Burkhard Peters, MdL
Christian Lopau, Stadtarchivar
Mitglied der türkischen Gemeinde
Pastorin Hilde Lage, Mölln


    

Dr. Serge Embacher

"Gefährliche Liebschaften" – Gleichgültigkeit, Wahlabstinenz und rechter Populismus als Gefährdungen der Demokratie

Vortrag am 13. November 2012, 19:30 Uhr
in Ratzeburg, Ratssaal der Stadt Ratzeburg

Die Einstellungen zur Demokratie in Deutschland sind zwiespältig geworden. Einerseits existiert weitgehende Einigkeit über die Demokratie als Gesellschaftsform und Lebensweise. Andererseits wächst die Enttäuschung gegenüber der „real existierenden Demokratie“. Politik wird zunehmend als Privilegienherrschaft der „politischen Klasse“ wahrgenommen und mit Skepsis und Misstrauen betrachtet. Es scheint zu einer tiefgreifenden Entfremdung zwischen der Lebenswelt der Bevölkerung und der professionellen Politik in Regierung und Parlamenten gekommen zu sein. Die Folgen sind Gleichgültigkeit, Wahlenthaltung und eine Tendenz zu rechtspopulistischen Strömungen – Letzteres vor allem in den östlichen Bundesländern. Der Vortrag geht den Ursachen für diese Entwicklung auf den Grund und formuliert Ansätze für Auswege und Lösungen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


    

Der US-Präsidentschaftswahlkampf 2012
U.S. Presidential Election 2012: Process, Politics and Prospects
Wohin steuert Amerika?

Vortrag mit US-Generalkonsulin Inmi K. Patterson
aus Hamburg

20. September 2012, 19:00 Uhr
Ratsaal des Rathaus, Ratzeburg

Am 6. November ist Amerika wieder aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Gegen den amtierenden Präsidenten Barack Obama tritt als Republikanischer Herausforderer Mitt Romney an. Es deutet sich eine spannende Richtungswahl an, deren Ausgang weltweit und natürlich auch in Europa und Deutschland weitreichenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss haben wird.
Grund genug also, sich im Rahmen des „Jahres des politischen Bildung“ einmal mit diesen politischen Großereignis zu befassen und sich detailliert und aus „erster Hand“ über die Verfahrensabläufe der US-Präsidentschaftswahl, die sich gegenüberstehenden politischen Lager, die aktuellen Wahlkampfkampagnen, die für den Wahlausgang entscheidenden Faktoren sowie die Auswirkung auf die amerikanische Politik und das transatlantische Verhältnis zu informieren.

Auf Einladung der Volkshochschule Ratzeburg möchte die US-Generalkonsulin Inmi K. Patterson aus Hamburg am 20. September 2012 um 19:00 Uhr im Ratssaal der Stadt Ratzeburg diese Aufgabe als fach- und sachkundiger Referentin übernehmen und unter dem Titel „U.S. Presidential Election 2012: Process, Politics, and Prospects“ einen umfassenden und informativen Einblick zum aktuellen Topthema der amerikanischen Innenpolitik geben.

Generalkonsulin Patterson beendet mit ihrem Vortrag im Ratzeburger Rathaus eine ganztägige Besuchsrundfahrt in Mölln und Ratzeburg, in deren Rahmen Sie sich über touristische und wirtschaftliche Seiten der Städte informieren und ein Gespräch mit Schülern zum Thema „Amerika“ führen möchte.
Ihren Vortrag wird Generalkonsulin Patterson auf Englisch und auf Deutsch halten. Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Volkshochschule Ratzeburg zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


    

"Zerrissene Welten"
Lesung mit Anatol Egbuna.

Freitag, den 31.08.2012 um 18.00 Uhr
"Lohgerberei", Lohgerbergang, Mölln

Der 1978 geborene Autor berichtet auf ergreifende Weise von seinem Leben in Nigeria und Deutschland. Geboren als Sohn eines Nigerianers und einer deutschen Mutter, wuchs er bis zu seinem 18. Lebensjahr in Nigeria auf. Als die Mutter die Familie verlässt und nach Deutschland zurückkehrt, beginnt für den damals vierjährigen Jungen ein Martyrium. Die nigerianische Stiefmutter akzeptiert ihn nicht und lässt ihn dies spüren, auch der Vater bietet ihm keinen Halt. Immer wieder wird Anatol Egbuna als Weisser, „OYIBO“ ausgegrenzt. Mit 17 Jahren flieht er nach Deutschland und erlebt hier die Ausgrenzung als „Neger“. Er bekommt jedoch auch Unterstützung und schafft es mit eisernem Willen, trotz seiner teilweise erschütternden Erlebnisse sein Leben zu meistern. Seine Erlebnisse hat er in zwei Büchern festgehalten, aus denen er liest. Anschließend ist bei einem Imbiss Gelegenheitv zum Austausch.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


    

"Einfach nur dagegen"
Wie wir unseren Kindern die Zukunft verbauen
Lesung mit Gerhard Matzig

22. Juni 2012, 19:30 Uhr
Petri-Forum, Am Markt 7, Ratzeburg
Eintritt: 5,00 €

Stuttgart 21, Olympia 2018: nein, danke – Warum sind wir gegen alles?
Die Atomkatastrophe in Japan hat gezeigt, welch desaströse Kehrseite moderne Technologien haben können – und dass wir die Zukunft unserer Kinder damit aufs Spiel setzen. Dennoch tun wir dies auf ebensolche Weise, wenn wir uns dem Wandel dauerhaft verweigern. Und Bedenken haben derzeit Konjunktur, „Wutbürger“ wurde zum „Wort des Jahres“. Der Protest gegen die Münchner Olympiabewerbung und die Revolte gegen den neuen Bahnhof in Stuttgart sind nur die jüngsten Beispiele für ein Phänomen, das in Deutschland um sich greift: das Dagegen-Sein. Die Zukunftslust ist uns offenbar vergangen. Fortschritt ist mittlerweile ein Wort, das Allergien auslöst, Technik ein Feindbild. Aber warum dieser Wille zum Stillstand, warum stehen Visionen und Utopien heute in solch schlechtem Ruf? Warum glauben wir, Werte wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz nur dann in unser Handeln integrieren zu können, wenn wir gleichzeitig den Rückwärtsgang in die Vergangenheit einlegen? Gerhard Matzig porträtiert eine neobiedermeierlich gestimmte und überalterte Gesellschaft, in der Angst, Missmut und Besitzstandsdenken regieren. Er zeigt, wie der Egoismus der Wutbürger unseren Kindern die Zukunft verbaut, und entwirft Szenarien einer neuen Moderne in Politik, Wirtschaft und Technik – für eine Welt, die uns einlädt, sie kreativ zu gestalten. Statt sie wütend zu bekämpfen.

Volkshochschule Ratzeburg in Kooperation mit der Buchhandlung Weber


   

"Eine Synagoge für Bad Segeberg"

20.06.2012, 18:00 Uhr
"Lohgerberei", Lohgerbergang, Mölln

Im Rahmen des Jahrs des „Jahres der politischen Bildung“ der Volkshochschulen zeigt der „Verein Miteinander leben e.V.“ am Mittwoch, den 20.06.2012 um 18.00 Uhr in der Lohgerberei in Mölln den Film von Ulrich Selle: „Eine Synagoge für Bad Segeberg“.

Die 200 Jahre alte jüdische Gemeinde in Bad Segeberg und ihre Synagoge wurden 1938 von den Nationalsozialisten zerstört. Im Jahr 2002 gründen der deutsche Kripobeamte Walter Blender und die aus Weißrußland eingewanderte Ljudmilla Budnikov eine neue Gemeinde. Gemeinsam mit jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion kämpfen sie für einen Neuanfang jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein. In dem Gebäude einer alten Lohmühle bauen die Gemeindemitglieder mit sehr viel Eigeninitiative, Phantasie und Unterstützung in jahrelanger Arbeit die Synagoge auf. Sie ist die erste neu entstandene Synagoge in Schleswig-Holstein nach dem Ende der Nazi-Herrschaft. Der 90minütige Film begleitet die Gemeinde von ihrer Gründung und den Aufbau der Synagoge bis zur feierlichen Einweihung im Juni 2007. Neben der Schilderung des Synagogenaufbaus gibt der Film auf spannende Weise einen Einblick in das Alltagsleben der heutigen jüdischen Gemeinde.

Der Gemeindevorsteher der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg, Walter Blender, sowie Peter und Gabi Siegfried aus Mölln, ebenfalls Mitglieder der Segeberger Gemeinde, stehen anschließend für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Bei einem Imbiss besteht die Möglichkeit zu einem Gedankenaustausch.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


   

Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland.
Eine Bestandsaufnahme
Prof. Dr. Fabian Virchow, FH Düsseldorf

Vortrag mit anschließender Diskussion

24. Mai 2012, 19:30 Uhr
Ratssaal des Ratzeburger Rathauses
Eintritt frei!

"Rechter Terror? Das hat es doch früher in der Bundesrepublik nicht gegeben! Die Chroniken, die jetzt in den Zeitungen erscheinen, gehen meist nur bis in die frühen neunziger Jahre zurück. Als wäre der Rechtsterrorismus ein Produkt der Wiedervereinigung oder allein ein Restgift, eine Altlast der implodierten DDR. Tatsächlich hat es in der Bundesrepublik schon lange zuvor rechten Terror gegeben. Besonders in den siebziger Jahren stieg die Zahl der Gewalttaten rasant an, eine Entwicklung, die 1980 in eine in der Bundesrepublik bis dahin unbekannte Häufung rechtsterroristischer Taten aus dem neonazistischen Spektrum mündete", schreibt Fabian Virchow, Leiter des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus / Neonazismus an der FH Düsseldorf, in seinem Beitrag "Für Volk und Nation" auf „Zeit-online“. Von Anfang an sei diese Geschichte auch eine Geschichte der Geheimdienste gewesen.

Die rassistische Gewaltwelle der frühen neunziger Jahren, für die nicht zuletzt die Pogrome in Hoyerswerda und Rostock stehen, hat die extreme Rechte als Ermutigung empfunden. In den neonazistischen Gruppen phantasierte man über den bevorstehenden Volksaufstand. Noch heute werden im Internet und im RechsRock ungehemmt Gewalt- und Mordfantasien artikuliert. Virchow resümiert: "Hasserfüllt fiebert man dem großen Bürgerkrieg entgegen, aus dem ein neues völkisches Deutschland entstehen werde". Solche blutige Visionen verlangten nach dem Fanal und der Ausschaltung der Feinde. "Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die jetzt identifizierte Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund steht in der Kontinuität eines Rechtsterrorismus, wie er die Bundesrepublik seit den fünfziger Jahren begleitet".

Wir wollen diese Geschichte des Rechtsterrorismus in den Blick nehmen.

Volkshochschule Ratzeburg

Ausschluss-Klausel:
Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.


   

„Unter Nazis“ Ehepaar Lohmeyer berichtet aus Jameln
Freitag 11.05.2012, 18.00 Uhr
Lohgerberei Mölln

Der Verein Miteinander Leben lädt am Freitag 11.05.2012 um 18.00 Uhr zu einem spannenden Erfahrungsbericht von Birgit und Horst Lohmeyer in die Lohgerberei ein.

Unter dem Titel „Unter Nazis“ berichtet das Ehepaar vom Leben in Jamel südlich von Schwerin, wo sie nach ihrem Umzug vor 7 Jahren feststellten, dass der Ort von Neo-Nazis beherrscht wird, etwa die Hälfte der Einwohner der rechtsextremen Szene zu zu ordnen sind. Mit Musik und Kunst setzen sie seitdem dort ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus: "Wir wollten dieses Dorf aus dem rechten Dornröschenschlaf rütteln und reißen, indem wir halt Öffentlichkeit schaffen", sagt Birgit Lohmeyer.

Die beiden wurden mit verschiedenen Preisen für ihr Engagement ausgezeichnet: dem Bürgerpreis der deutschen Zeitungen im Jahr 2012 und dem "Paul Spiegel-Preis für Zivilcourage 2011" des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie der Auszeichnung "Held des Nordens 2011". Die Preise und die Berichterstattung darüber machen das Leben in Jamel allerdings nicht leichter, es geschehen persönliche Bedrohungen und Sachbeschädigungen. Dennoch wird das Ehepaar bleiben und weiter zur Wehr setzen.

Nicht schweigen - einmischen - wie dies Birgit und Horst Lohmeyer über die Jahre gelungen ist, wollen sie in ihrem Bericht veranschaulichen und mit ihrem Beispiel Mut machen.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Nach dem Vortrag gibt es bei einem Imbiss Gelegenheit zum Austausch mit den Referenten.


   

Schule ≠ Demokratie?
Podiumsdiskussion

26. April 2012, 19:30 Uhr
Volkshochschule Ratzeburg
Ratssaal des Ratzeburger Rathauses
Eintritt frei!

„Was Hänschen nicht lernt…“
Dass Demokratie immer wieder neu gelebt und erlernt werden muss, ist ein Gemeinplatz. Und unsere Gesellschaft hat ein ganz vitales Interesse daran, dass ihre Bürger ein sicheres Demokratie – Bewusstsein haben.

Da liegt es eigentlich nahe, dass dieser Bereich in der Schule einen besonderen Platz inne hat. Daran können aber nach Erfahrung vieler Menschen durchaus Zweifel gehegt werden. Ist dieser Eindruck zutreffend? Welche Möglichkeiten hat die Schule eigentlich, hier intensiv tätig zu werden? Was können oder müssen wir von (politischer) Erziehung in der Schule erwarten, was sollte Schule lieber anderen Bereichen überlassen?

Diesen und vielen anderen Fragen ist die Veranstaltung gewidmet, in der der bekannte Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger ein Impulsreferat halten und anschließend eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten moderieren wird: Schulleiter der Gymnasien Ratzeburg und Mölln, Thomas Engelbrecht und Dr. Thomas Brademann, der Gemeinschaftsschulen Ratzeburg und Mölln, Henning Nitz und Dr. Volker Schmidt, sowie der Berufsbildenden Schulen Mölln, Ulrich Keller. Als Fach(Unterrichts-)Mann ergänzt Dr. Andreas Groh (IQSH) die Runde.


   

Überlebt unsere Kultur?

Kultur stärken heisst
Demokratie stärken.

24. April 2012, 19 Uhr
im Ratssaal, Rathaus, 21502 Geesthacht

Eine Diskussionsveranstaltung zur aktuellen Lage der Kultur in Schleswig-Holstein und Geesthacht. Moderiert wird die Veranstaltung vom Stadtarchivar und Historiker Dr. William Boehart.
Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion auf dem Podium und mit dem Publikum.

Wie viel Kultur...
     ...braucht die Demokratie?
Wie viel Kultur...
     ...braucht Geesthacht?

Künstlerische Freiheit und kulturelle Vielfalt bilden die Basis einer demokratischen Gesellschaft. Ihre Sicherung und freie Nutzung sind eine kulturpolitische Herausforderung, die Staat, Kommunen und Kulturschaffende nur gemeinsam bestehen und gestalten können.
Die finanziellen Kürzungen bei den Kultureinrichtungen führen dazu, das reichhaltige Angebot in Geesthacht empfindlich zu beeinträchtigen.
Es ist an der Zeit, die Folgen dieser Entwicklung öffentlich zu diskutieren. Es gilt, den Wert der Kultur in den Vordergrund zu rücken.

Es diskutieren:
• Jutta Kürtz, Journalistin, Autorin, Präsidentin Schleswig-Holsteinischer Heimatbund e.V.,
• Dr. Martin Lätzel, Verbandsdirektor Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e.V.,
• Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor Büchereizentrale Schleswig-Holstein,
• Peter Schubert, Geesthachter Theaterfreunde e.V.,
• Dr. Werner Budesheim, Vorsitzender Freie Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur e.V.

Jutta Kürtz gibt zum Einstieg ein Impulsreferat.
Die 1. Stadträtin der Stadt Geesthacht, Maren Marquardt, eröffnet die Veranstaltung.

Stärken Sie die Geesthachter Kultur durch Ihre Diskussionsbeiträge.

Eintritt Frei!

Veranstalter: Volkshochschule Geesthacht gGmbH


 

Jugendbildungsprojekt OPEN MIND – Leben mit dem gelben Stern
Freundeskreis Yad Vashem e.V.

„Den Holocaust im 21. Jahrhundert unterrichten“
Themen – Methoden - Materialien

Referentin: Deborah Hartmann Freundeskreis Yad Vashem e.V.
Kostenfreies Fortbildungsangebot für Lehrkräfte aller Fachschaften

05.03.2012, 14:00 – 18:00 Uhr
Regionales Bildungszentrum Mölln
Kerschensteiner Str. 2, Raum nach Absprache

Information & Anmeldung bis zum 29.02.2012:
Gabriele Hannemann, Projektleitung unter 0171/ 1435636

Der Freundeskreis Vad Vashem hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeit der Gedenkstätte Yad Vashem finanziell und ideell zu unterstützen. In Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft und im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus wollen wir die Erinnerung an den Holocaust wachhalten. Wir fördern zahlreiche Projekte in Israel und Deutschland im Bereich der Erinnerung und Dokumentation der Shoa sowie auf pädagogischem und wissenschaftlichem Gebiet.

Die Aufgaben des Vereins sind:
• die Organisation von Veranstaltungen, Vorträgen und Ausstellungen, um die Arbeit von Yad Vashem in Deutschland bekannt zu machen
• Durchführung von Seminaren für Lehrer, Schüler und Studenten in Deutschland, sowie an der Internationalen Schule für Holocaustforschung in Yad Vashem Jerusalem
• Beschaffung finanzieller Mittel für Yad Vashem in Deutschland und Israel
• Publikation von themenbezogenen Büchern und Informationsschriften

Deborah Hartmann
Deborah Hartmann, Studium der Politikwissenschaft und Geschichte in Wien, ist seit Februar 2011 als pädagogische Mitarbeiterin der International School for Holocaust Studies für die deutschsprachigen Länder von Berlin aus tätig. Davor war sie als pädagogische Mitarbeiterin in Jerusalem für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien und die Organisation und Leitung von Lehrerfortbildung-seminaren zuständig.

Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)
Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS) wurde im Jahre 1993 gegründet. Die Schule bietet ein vielfältiges Angebot an Lehrerfortbildungen an und fördert den lebendigen Erfahrungsaustausch mit Pädagoginnen und Pädagogen aus aller Welt. Eine ihrer wesentlichen Aufgaben ist außerdem die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien für den Einsatz in Grund- als auch weiterführenden Schulen. Die Materialien werden in verschiedenen Sprachen und im speziellen Zuschnitt für die jeweiligen Länder erarbeitet und produziert. Die Schulgründung gilt dabei nicht nur als ein weiterer „Baustein“ auf dem Gelände Yad Vashems, sondern darf als Statement und Sinngebung betrachtet werden. Dahinter stand weiter der Wunsch, auch innerhalb der EU und Osteuropa wirken zu können.

Der Einsatz modernster Medien ist für Yad Vashem, wenn es um die Verbesserung von Kommunikation und mehr Effizienz geht, eine Selbstverständlichkeit. So bietet die ISHS viele Materialien als Download im Internet an, zahlreiche Lernprogramme stehen als Multimedia-Pakete zur Verfügung, und neue Kommunikations- und Lernformen wie Internet-Fortbildungen oder Videokonferenzen mit Europa und den USA befinden sich derzeit in ihrer Pilotphase.

www1.yadvashem.org/yv/en/education/languages/german/about_school.asp

Ein Angebot des Verein Miteinander leben e.V. Mölln
gefördert durch den Kreis Herzogtum Lauenburg


   

   

   

   

"Lebendige Demokratie braucht wache Köpfe"
Auftaktveranstaltung zum "Jahr der politischen Bildung im Herzogtum Lauenburg"

01. März 2012, 19:00 Uhr
Priesterkate, Büchen

Demokratie muss gelebt werden, Demokratie muss erlernt werden. Politische Bildung ist dazu der Schlüssel ...an Schulen wie in der Erwachsenenbildung. In diesem Sinne planen die Volkshochschulen des Kreises Herzogtum Lauenburg und der Verein Miteinander leben e.V. unter dem Dach der Kreisvolkshochschule e.V. im kommenden Jahr eine ganzjährige Vortrags- und Fortbildungsreihe zu den Themenkomplexen Demokratie, Extremismus und Integration, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen.

Die Reihe wird am 01. März um 19:00 Uhr in der Priesterkate Büchen unter dem Motto "Lebendige Demokratie braucht wache Köpfe" mit einem musikalischem umrahmten Gesprächsabend zum Thema "Anspruch, Wert und Wirken von politischer Bildung" eröffnet.

In zwei moderierten Diskussionsrunden laden als "wache Köpfe" Cornelia Schmalz-Jacobsen (stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung Gegen Vergessen - Für Demokratie), Gitta Neemann-Güntner (Mitglied des Lauenburgischen Kreistags), Dr. Knut Andresen (Gustav-Heinemann-Bildungsstätte), Dr. Martin Lätzel (Verbandsdirektor des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holstein), Schulleiter Dr. Harry Stossun, Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt sowie Jungpolitiker David Welsch politisch interessierte, aber auch neugierige Bürgerinnen und Bürger ein, wie wir "geistig und auch am Ball unserer Demokratie" bleiben können. Die Gesprächsrunden werden fachkundig moderiert vom Politiwissenschaftler Dr. Udo Metzinger.

Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet durch das Klezmerensemble "Ma Piroschka". Dhekra Faruk, Dozentin der VHS Gudow-Büchen, möchte das Publikum mit orientalischem "Fingerfood" überraschen.

Veranstalter: Volkshochschule Büchen-Gudow e.V und Volkshochschule Schwarzenbek e.V.


   

   

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Demokratie leben

MÄDELSACHE –
MÄDCHEN UND FRAUEN IN DER RECHTEN SZENE

Öffentlicher Vortrag und Diskussion mit Andrea Röpke 29.11.2011 um 19:30 Uhr
in der Ansverus-Kirche, Mechower Str. 4

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten neonazistischen Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen, führen Kassenbücher und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene zu verankern. Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit in spannenden Reportagen einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische »Sippen« bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

Andrea Röpke, Jahrgang 1965, ist Politologin und freie Journalistin. Ihr Spezialgebiet: Rechtsextremismus. Neben diversen Fernsehmagazinen wie Monitor, Spiegel-TV und Panorama wurden ihre aufwendigen Inside-Recherchen im Neonazi-Milieu auch in der Taz, Süddeutsche-Online und in Fachportalen wie Blick nach rechts veröffentlicht.

2009 erhielt sie den Preis der Lutherstädte »Das unerschrockene Wort« und wurde von der US-Botschaft in Berlin im Rahmen des »International Women of Courage Award« geehrt. Bücher u.a."Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft" (hg. mit Andreas Speit), 3., akt. Auflage 2009.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Die Veranstaltung führt die Ratzeburger Vortrags- und Fortbildungsreihe "Demokratie leben" fort, ein Kooperationsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V., des Ratzeburger Bündnisses und der Volkshochschule Ratzeburg, das durch den Lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert wird. Über den gesamten November hinweg sind fünf Veranstaltungen zu sehr unterschiedlichen Aspekten von Demokratie und Extremismus geplant, die politisch interessierte Menschen zum Zuhören, Mitdenken und Mitdiskutieren einladen möchten, aber auch ein Fortbildungsangebot für ein Fachpublikum beinhalten.


    

EINSTELLUNGEN ZUR DEMOKRATIE

Vortrag mit Dr. Serge Embacher vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) Berlin

20.11.2011 um 19:30 Uhr im Ratssaal des Rathauses

Die Einstellungen der Deutschen zur Demokratie sind ambivalent: Während die Demokratie als solche von den meisten akzeptiert und befürwortet wird, macht sich eine zunehmende Skepsis gegenüber der „real existierenden Demokratie“ und ihren Akteuren breit. Dieses tief sitzende Misstrauen ist Ausdruck wachsender sozialer Ungleichgewichte sowie eines Mangels an demokratischen Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Der Vortrag beleuchtet vor dem Hintergrund einer kritischen Zeitdiagnose Potenziale für eine neue bürgergesellschaftliche Solidarität.
Dr. Serge Embacher ist Politikwissenschaftler und Publizist und arbeitet u. a. für das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in Berlin. Nach dem Studium der Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaft promovierte er mit einer Arbeit über kritische Theorie der Öffentlichkeit. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Bürgergesellschaft und Demokratiepolitik. Zuletzt ist von ihm die Studie "Demokratie! Nein danke?" im Dietz-Verlag in Bonn erschienen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Die Veranstaltung beschließt die Ratzeburger Vortrags- und Fortbildungsreihe "Demokratie leben", ein Kooperationsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V., des Ratzeburger Bündnisses und der Volkshochschule Ratzeburg, das durch den Lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert wird.


    

Demokratie leben

Onkel Ali & Co - Meine Multikulti-Straße

16.11.2011 um 19:30 Uhr im Petri-Forum

»Deutschland schafft sich ab« – die Erregung, die Thilo Sarrazins These auslöste, begriff Jürgen Bertram, der als Fernsehkorrespondent selbst viele Jahre im Ausland verbrachte, als Anregung. Er streifte durch seine Straße im ganz normalen Hamburger Stadtteil Eimsbüttel und führte Gespräche mit den Menschen, um die es in der unvermindert heißen Integrationsdebatte geht. Das Ergebnis seines Spaziergangs durch die Kulturen sind spannende Lebensgeschichten und überraschende Erkenntnisse.

Ob er nun einen vietnamesischen Fischhändler kennenlernte, einen von islamischen Mitgliedern geprägten Boxklub oder eine kabylische Tänzerin – überall traf er auf fesselnde Lebensberichte und die Bereitschaft, dem Gastland etwas zurückzugeben. Aufklärung, aber keine Verklärung lautet das Credo seines Buches, das nicht für den Stammtisch bestimmt ist.

Jürgen Bertram, Jahrgang 1940, begann seine journalistische Laufbahn bei einer niedersächsischen Heimatzeitung und kam 1972 nach Redakteursjahren bei der Deutschen Presseagentur und beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel zum NDR-Fernsehen, für das er 13 Jahre als Fernsehkorrespondent aus China und Südostasien berichtete. Er ist Autor zahlreicher zeitkritischer Bücher.

Jürgen Bertram liest im Rahmen der Ratzeburger Vortragsreihe "Demokratie leben" im Petri-Forum. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.


    

Demokratie leben

"Jeder stirbt für sich allein" –
Was Fallada uns heute zeigen kann...

09.11.2011 um 19:00 Uhr, im Haus Mecklenburg, Reuter-Saal

Lesung und Gespräch zum „Deutschen Tag“ mit Klaus-Jürgen Mohr, Erhard Bräunig und Rainer Voß
Hans Falladas Werk „Jeder stirbt für sich allein“ erlebt aktuell eine Wiederentdeckung. Es geht um Rechtsextremismus im Alltagsleben, wie er sich dort festsetzt, wirkt, Angst verbreitet und die Menschen verändert ... Täter entwickelt und Opfer schafft. Falladas Erzählung ist hochaktuell, dies kann Landrat a.D. Erhard Bräunig aus Nordwestmecklenburg berichten. Rechtsextremismus entfaltet Wirkung und viele Facetten, die Fallada aus dem Alltagsleben unter dem Nationalsozialismus beschreibt, sind auch heute in Ansätzen wieder erkennbar. Diese geschichtlichen und aktuellen Erfahrungskontexte zu verbinden, soll an diesem Abend mit seinem für Deutschland geschichtlich bedeutsamen Datum an geschichtlich symbolischer Stätte gewagt werden.

Klaus-Jürgen Mohr liest aus Falladas Werk. Rainer Voß ist im Gespräch mit Erhard Bräunig. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt vom Ratzeburger Vokalensemble unter Leitung von Holger Martens.

Die Veranstaltung eröffnet die Ratzeburger Vortrags- und Fortbildungsreihe "Demokratie leben", eine Kooperationsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V., des Ratzeburger Bündnisses und der Volkshochschule Ratzeburg, das durch den Lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert wird. Über den gesamten November hinweg sind fünf Veranstaltungen zu sehr unterschiedlichen Aspekten von Demokratie und Extremismus geplant, die politisch interessierte Menschen zum Zuhören, Mitdenken und Mitdiskutieren einladen möchten, aber auch ein Fortbildungsangebot für ein Fachpublikum beinhalten.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Der Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei. So weit möglich, können notwendige Hilfestellungen angeboten werden. Bitte wenden Sie sich an die Veranstalter unter 04541 - 8000-114.