Demokratie muss gelebt werden,
Demokratie muss erlernt werden...
Politische Bildung ist dazu der Schlüssel ...
... an Schulen wie in der Erwachsenenbildung.

In diesem Sinne planen die Volkshochschulen des Kreises Herzogtum Lauenburg unter dem Dach der Kreisvolkshochschule e.V. im kommenden Jahr eine ganzjährige Vortrags- und Fortbildungsreihe zu den Themenkomplexen Demokratie, Extremismus und Integration, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen.

In Kooperation mit verschiedenen Trägern, wie beispielsweise dem Verein Miteinander leben e.V. Mölln und der Landeszentrale für politische Bildung, werden an den unterschiedlichsten Orten im Kreisgebiet, in den Städten wie auf dem Lande, Vortragsveranstaltungen zu aktuellen politischen Themen angeboten, die zur Meinungsbildung und zum Mitdiskutieren einladen. Kulturelle Rahmenprogramme sollen dabei für eine angeregte und offene Atmosphäre sorgen. Die Angebote werden zu Beginn des Frühjahrssemesters im Rahmen einer eigenständigen Publikation veröffentlicht oder können aktuell hier eingesehen werden.

Das „Jahr der politischen Bildung“ wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN".


 

– WIR MACHEN MIT –

   

VHS Berkenthin
Leitung: Ute von Keiser-Pytlik
Wir machen mit.

Die Volkshochschule Berkenthin plant zum Jahresende eine Veranstaltung zum Thema „Wache Bürgerinnen und Bürger“ und will hier den Abend besonders mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestalten.

Sie will dazu auffordern, dass Jugendliche mit wachen Augen Probleme sehen, lernen, ihre eigene Meinung zu haben und aktiv werden. Die Jugendlichen sollen sich artikulieren anhand von eigenen oder fremden Texten.

Wache Bürger schauen hin, hören zu und denken nach. Sie informieren sich, bilden sich ihre Meinung.

„Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“
Kurt Tucholsky


   

VHS Büchen-Gudow Wir machen mit,

weil es ein gefährlicher Weg ist, ständig nach Führern zu rufen, die sagen, wo es lang geht. Gerade in schwierigen Zeiten gilt es, nicht weniger, sondern mehr Demokratie zu praktizieren. Nur die Diktatur ist schnell und einfach.
(Rita Süssmuth, dt. Politikerin)

VHS-Büchen-Gudow e.V. für ein friedliches Miteinander, Toleranz und Demokratie


   

VHS Geesthacht
Leitung: Gesa Haesler
Wir machen mit, weil
wir hoffen, mit unterschiedlichen spannenden Veranstaltungen das Interesse an politischen Themen und politischer Bildung zu wecken. Politikverdrossenheit ist ein gesellschaftliches Problem, das in allen Altersgruppen zu finden ist. Die VHS Geesthacht hofft besonders auch Jugendliche zu gewinnen.

        

VHS Ratzeburg

v.l.n.r. Mark Sauer (Verein Miteinander Leben), Herbert Hoffmann (Kreisvolkshochschule), Antje Buchholz (Verein Miteinander Leben), Holger Martens (Volkshochschule Ratzeburg) und Barbara Spangemacher (Bundesprojekt)

Volkshochschulen bieten Bügerinnen und Bürgern vielfältige Angebote, die man nicht sinnvoll gegeneinander abwägen kann, beispielsweise berufliche Fortbildung, Gesundheitsvorsorge usw.

Allerdings erscheint es uns dann doch als besonders gewichtiges Anliegen, bei der Bildung gesellschaftlichen und staatsbürgerlichen Bewusstseins mitzuhlefen. Und so empfinden wir es als eine besondere Verpflichtung, im "Jahr der politischen Bildung" - einem Gemeinschaftsprojekt von Volkshochschulen unseres Kreises und dem Lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, gefördert durch das Familienministerium des Bundes - hier unseren Beitrag zu leisten.

Wir wollen versuchen, mit drei Veranstaltungen im Frühjahrssemester und weiteren geplanten Veranstaltungen im kommenden Herbstsemester der ungeheuren Breite dieses Themenkomplexes politischer Bildung möglichst zu entsprechen.

Im April, Mai und Juni werden es folgende Aspekte sein:
- Demokratiebewusstsein schaffen bei Jugendlichen - Sind die Schulen dafür gerüstet?
- Rechter Terror - eine Bestandsaufnahme
- Zukunftslust - oder prinzipiell gegen (fast) alles sein - Der Bürger mischt sich ein...

Die Veranstaltungen können mit jeweils einem bundesweit anerkannten Fachmann aufwarten. Ihre Teilnahme, lieber Interessent, - auch in der Diskussion - ist ausdrücklich erwünscht.

Holger Martens
Leiter der Volkshochschule Ratzeburg


   

VHS Schwarzenbek Die Volkshochschule Schwarzenbek ist eine staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung gemäß § 22 des BFQG und besteht seit über 60 Jahren.

Die Volkshochschule verstand sich in all der Zeit schon immer als Ort der Demokratie. Dies zeigte und zeigt sich darin, dass wir mit unseren offenen Kursangeboten einen öffentlichen Raum der Auseinandersetzung und Verständigung schaffen.

Der Anteil der politischen Bildungsangebote am Gesamtprogramm war in Schwarzenbek noch nie sehr groß und ist nochmals zurück gegangen. Kurzfristig besser wird es für politische Bildungsangebote immer nur dann, wenn stark brisante Themen aufgegriffen werden, die gerade viel in den Medien sind. Zum Beispiel, wenn es wieder einmal zu extremistischen Entgleisungen kommt oder Jugendstudien von der wachsenden Distanz der Jugend gegenüber der Politik berichten.

Die Förderung durch den Lokalen Aktionsplan Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ ermöglicht es uns, neue Veranstaltungsformate mit neuen didaktischen Konzepten zu erproben oder die politische Bildung mit anderen Gebieten wie Kultur und Beruf zu verknüpfen. Die VHS muss sich immer die Frage stellen, warum sollte ein Teilnehmer/eine Teilnehmerin eine politische Bildungsveranstaltung besuchen, zumal Fernsehen und Internet eine große Informationsmenge bereit stellen. Wir müssen versuchen, Bildungsveranstaltungen zu konzipieren, die den Medien gegenüber einen Mehrwert bieten. Dies könnten vertiefende detaillierte Hintergrundinformationen sein oder Kommunikations- und Diskussionsmöglichkeiten vor Ort. Die Auftaktveranstaltung zum Jahr der politischen Bildung hat eine solche Kommunikations- und Diskussionsmöglichkeit vor Ort geboten. Eine Zusammenfassung dieser Veranstaltung können sie unter Berichte lesen.

 


 

- BERICHTE –

   

"Jahr der politischen Bildung"-

Vortrag mit Politikwissenschaftler Dr. Serge Embacher
"Gefährliche Liebschaften"

Gleichgültigkeit, Wahlabstinenz und rechter Populismus als Gefährdungen der Demokratie

Vortrag am 13. November 2012, 19:30 Uhr
Ratssaal der Stadt Ratzeburg

Die Einstellungen zur Demokratie in Deutschland sind zwiespältig geworden. Einerseits existiert weitgehende Einigkeit über die Demokratie als Gesellschaftsform und Lebensweise. Andererseits wächst die Enttäuschung gegenüber der „real existierenden Demokratie“. Politik wird zunehmend als Privilegienherrschaft der „politischen Klasse“ wahrgenommen und mit Skepsis und Misstrauen betrachtet. Es scheint zu einer tiefgreifenden Entfremdung zwischen der Lebenswelt der Bevölkerung und der professionellen Politik in Regierung und Parlamenten gekommen zu sein. Die Folgen sind Gleichgültigkeit, Wahlenthaltung und eine Tendenz zu rechtspopulistischen Strömungen – Letzteres vor allem in den östlichen Bundesländern. Der Vortrag geht den Ursachen für diese Entwicklung auf den Grund und formuliert Ansätze für Auswege und Lösungen.

Dr. Serge Embacher ist Politikwissenschaftler und Publizist und war bis Ende 2010 Leiter der Koordinierungsstelle des Nationalen Forums für Engagement und Partizipation beim BBE (Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement) in Berlin.

Der Vortrag der Volkshochschule Ratzeburg zum „Jahr der politischen Bildung“ wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


   

Der US-Präsidentschaftswahlkampf 2012
U.S. Presidential Election 2012: Process, Politics and Prospects
Wohin steuert Amerika?

Vortrag mit US-Generalkonsulin Inmi K. Patterson
aus Hamburg

20. September 2012, 19:00 Uhr
Ratsaal des Rathaus, Ratzeburg

Der 1978 geborene Autor berichtet auf ergreifende Weise von seinem Leben in Nigeria und Deutschland. Geboren als Sohn eines Nigerianers und einer deutschen Mutter, wuchs er bis zu seinem 18. Lebensjahr in Nigeria auf. Als die Mutter die Familie verlässt und nach Deutschland zurückkehrt, beginnt für den damals vierjährigen Jungen ein Martyrium. Die nigerianische Stiefmutter akzeptiert ihn nicht und lässt ihn dies spüren, auch der Vater bietet ihm keinen Halt. Immer wieder wird Anatol Egbuna als Weisser, „OYIBO“ ausgegrenzt. Mit 17 Jahren flieht er nach Deutschland und erlebt hier die Ausgrenzung als „Neger“. Er bekommt jedoch auch Unterstützung und schafft es mit eisernem Willen, trotz seiner teilweise erschütternden Erlebnisse sein Leben zu meistern. Seine Erlebnisse hat er in zwei Büchern festgehalten, aus denen er liest. Anschließend ist bei einem Imbiss Gelegenheitv zum Austausch.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


   

"Zerrissene Welten"
Lesung mit Anatol Egbuna

Freitag, den 31.08.2012 um 18.00 Uhr
"Lohgerberei", Lohgerbergang, Mölln

Der 1978 geborene Autor berichtet auf ergreifende Weise von seinem Leben in Nigeria und Deutschland. Geboren als Sohn eines Nigerianers und einer deutschen Mutter, wuchs er bis zu seinem 18. Lebensjahr in Nigeria auf. Als die Mutter die Familie verlässt und nach Deutschland zurückkehrt, beginnt für den damals vierjährigen Jungen ein Martyrium. Die nigerianische Stiefmutter akzeptiert ihn nicht und lässt ihn dies spüren, auch der Vater bietet ihm keinen Halt. Immer wieder wird Anatol Egbuna als Weisser, „OYIBO“ ausgegrenzt. Mit 17 Jahren flieht er nach Deutschland und erlebt hier die Ausgrenzung als „Neger“. Er bekommt jedoch auch Unterstützung und schafft es mit eisernem Willen, trotz seiner teilweise erschütternden Erlebnisse sein Leben zu meistern. Seine Erlebnisse hat er in zwei Büchern festgehalten, aus denen er liest. Anschließend ist bei einem Imbiss Gelegenheitv zum Austausch.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


   

Deborah Hartmann

P R E S S E M I T T E I L U N G des Vereins Miteinander leben e.V.

Lehrerfortbildung  der Gedenkstätte „Yad Vashem“ zum Thema „Den Holocaust im 21. Jahrhundert unterrichten“

Insgesamt 16 Pädagogen aus der Region folgten am 05. März 2012 der Einladung des Vereins Miteinander leben e.V. in das Berufsbildungszentrum Mölln zu einer Lehrerfortbildung mit Deborah Hartman von der Gedenkstätte Yad Vashem, Jerusalem zum Thema „Den Holocaust im 21.Jahrhundert unterrichten“. Dieses Fortbildungsangebot markierte die zweite Veranstaltung im kreisweiten „Jahr der politischen Bildung“, ein vom Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Launeburg gefördertes Kooperationsprojekt zwischen den Volkshochschulen des Kreises und dem Verein Miteinander leben e.V.

Im Rahmen eines umfangreichen Workshopprogramms stellte Deborah Hartmann zunächst das pädagogische Konzept von Yad Vashem vor. Nach der Methodik Yad Vashems sollte eine erste Auseinandersetzung mit dem Thema „Holocaust“ bereits in der Grundschule in der Form einer kindgerechten Vermittlung (frühe Erstbegegnung) erfolgen, auf der in den nachfolgenden Schuljahren weiter aufgebaut wird. Dieser Punkt wurde von Seiten der TeilnehmerInnen kontrovers diskutiert. Gabriele Hannemann, Leiterin des Jugendbildungsprojektes „OPEN MIND - Leben mit dem gelben Stern“ unterstützte die Position dieses pädagogischen Ansatzes und verwies auf ihre vielfältigen positiven Unterrichtserfahrungen zu diesem Thema mit Grundschülern der 4. Klasse.

Weiterhin ging Deborah Hartmann auch inhaltlich auf die Gedenkstättenarbeit ein. Jüdisches Leben vor 1933, jüdisches Leben während der Shoa, jüdisches Leben nach 1945 und jüdisches Leben heute waren Module der Lehrerfortbildung. Die Vermittlung der Thematik sollte eine kognitive Empathie bei den SchülerInnen auslösen. Deborah Hartman stellte hierzu das Buch: „Die Tochter, die wir uns immer gewünscht haben“ von Naomi Morgenstern vor. Marta Goren lebt mit ihrem Mann Amos in der israelischen Stadt Rechovot. Das Kind Mart wurde in Polen geboren und überlebte dort den Holocaust. Martas Mutter schickte ihre achtjährige Tochter unter falscher Identität von ihrem Heimatort Tschortkov nach Warschau, um sie so zu retten. Das Buch erzählt die Geschichte eines jüdischen Kindes, das in der schwierigen Realität von Verlust und Zerstörung zu überleben versucht und später ein neues Leben aufbaut.  Die TeilnehmeriInnen arbeiteten in Gruppen zu Textauszügen und stellten es der Gesamtgruppe vor. Übereinstimmend wurde dabei festgestellt, dass sich dieses Buch hervorragend zur Erarbeitung des Themas für die Sekundarstufe I eignet. Die Darstellung eines Einzelschicksals, eingebettet in historische Fakten und Ereignisse, erweist sich als ein sinnvoller didaktischer Ansatz.

Die WorkshopteilnehmerInnen gaben nach Abschluss der Fortbildung an, viele neue Impulse für die Vermittlung der Shoa im Unterricht erhalten zu haben. Es wurde sogar angedacht, dass eine Gruppe der Seminarteilnehmer an einem Geschichtsseminar für eine Woche in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem teilnehmen könnte. Möglicher Termin wird eventuell in den Herbstferien 2013 sein.


   

P R E S S E M I T T E I L U N G des Verein Miteinander leben e.V. vom 06.06.2012

Treffpunkt Lohgerberei: "Eine Synagoge für Bad Segeberg" – Film von Ulrich Selle
20.06.2012, 18:00 Uhr
"Lohgerberei", Lohgerbergang, Mölln

Im Rahmen des Jahrs des „Jahres der politischen Bildung“ der Volkshochschulen zeigt der „Verein Miteinander leben e.V.“ am Mittwoch, den 20.06.2012 um 18.00 Uhr in der Lohgerberei in Mölln den Film von Ulrich Selle: „Eine Synagoge für Bad Segeberg“.

Die 200 Jahre alte jüdische Gemeinde in Bad Segeberg und ihre Synagoge wurden 1938 von den Nationalsozialisten zerstört. Im Jahr 2002 gründen der deutsche Kripobeamte Walter Blender und die aus Weißrußland eingewanderte Ljudmilla Budnikov eine neue Gemeinde. Gemeinsam mit jüdischen Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion kämpfen sie für einen Neuanfang jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein. In dem Gebäude einer alten Lohmühle bauen die Gemeindemitglieder mit sehr viel Eigeninitiative, Phantasie und Unterstützung in jahrelanger Arbeit die Synagoge auf. Sie ist die erste neu entstandene Synagoge in Schleswig-Holstein nach dem Ende der Nazi-Herrschaft. Der 90minütige Film begleitet die Gemeinde von ihrer Gründung und den Aufbau der Synagoge bis zur feierlichen Einweihung im Juni 2007. Neben der Schilderung des Synagogenaufbaus gibt der Film auf spannende Weise einen Einblick in das Alltagsleben der heutigen jüdischen Gemeinde.

Der Gemeindevorsteher der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg, Walter Blender, sowie Peter und Gabi Siegfried aus Mölln, ebenfalls Mitglieder der Segeberger Gemeinde, stehen anschließend für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Bei einem Imbiss besteht die Möglichkeit zu einem Gedankenaustausch.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.


   

"Einfach nur dagegen -
Wie wir unseren Kindern die Zukunft verbauen."

Journalist und Autor Gerhard Matzig las im Petri-Forum

Den "Wutbürger", um den es an diesem Abend gehen sollte, suchte man bei der Lesung von Gerhard Matzig unter dem Titel "Einfach nur dagegen - Wie wir unseren Kindern die Zukunft verbauen." vergebens. Leider aber auch das erwünschte zahlreiche Publikum, dass der Versuchung, König "Fußball" doch den Vorzug zu geben, wohl nicht widerstehen konnte. So konnte der Münchener Autor es genießen, einem eher intimen Kreis die umstrittenen Beobachtungen und Thesen seines Buches zu präsentieren, ohne den schon gewohnten Gegenwind von "Wutbürgern" erfahren zu müssen. "Der Wutbürger kann durchaus wütend reagieren, wenn man ihm den Spiegel vorhält.", resümierte Matzig seine Erfahrung mit seinem Buch. Er sei schon angefeindet, beleidigt oder gar bedroht worden, auch von Stammlesern der Süddeutschen Zeitung, für die er regelmäßig schreibe. "Nach dem Erscheinen meines Buches, dass sich aus verschiedenen Reportagen zu bürgerlichem Widerstand gegen Projekte wie Stuttgart 21 speist und das ich auf Anraten meines Redakteurs veröffentlicht habe, hat unsere Zeitung reihenweise Abonementkunden verloren."

Den "Wutbürger" skizzierte Matzig als gut gebildeten, gut situierte Menschen der bürgerlichen Mitte, zumeist in der zweiten Lebenshälfte, der den öffentlichen Raum als Ort für seinen Unmut und Protest neu entdeckt. Seine Motivation entstammt dabei überwiegend aus einer, ob nun real oder vermeintlich existierenden, persönlichen Betroffenheit durch ein öffentliches Unterfangen, wie die Anlage eines Windparks in Sichtweite vom eigenen Gartenzaun oder der planerischen Sanierung eines als idyllisch empfunden Lebensumfeldes. Der stets gut informierte Bürger erkennt hier ein Eingriff in seine Belange und beginnt sich für seine Interessen zu engagieren ... ein Bürger, wie ihn sich die Demokratie wünscht. Allerdings entwickelt sich aus diesem positiven bürgerschaftlichen Engagement in einigen Fällen eine kompromisslose Haltung, die im Spannungsfeld von öffentlichen und privaten Interesse das bedingungslose Primat des Eigeninteresses statuiert. Der "Wutbürger" ist geboren. Er verlässt den demokratischen Diskurs, dessen Essenz gerade die Suche nach einem für alle Beteiligten noch tragbaren Kompromiss ist, und wird zum diskussionsunfähigen Kämpfer in eigener Sache. Dabei wird die "eigene Sache" gern als gesellschaftliche Frage überhöht. Es geht nicht mehr um einen verstellten Blick vom eigenen Gartenzaun, sondern um fehlende demokratische Strukturen in einem repräsentativen System, die Entmündigung des Bürgers oder gar staatliche Repression. Die Hauptkennzeichen des "Wutbürgers" werden seine zunehmende Humorlosigkeit, der bittere Ernst, den sein Anliegen umgibt und die zunehmende Lautstärke, mit der er seine Argumente dem "Gegner" entgegenschleudert.

Matzig beschrieb anhand von verschiedenen Beispielen, durchaus mit einem eulenspiegelschen Humor, welche Stilblüten das Wutbürgertum in der gesamten Republik treibt und welche Probleme die damit einhergehende Kritik- und Diskussionsunfähigkeit aufwerfen. Insbesondere die Umsetzung von Infrastruktur-Großprojekten, die viele Menschen privat beeinträchtigen, aber auch vielen Menschen wirtschaftlich von großen Nutzen sein können, werden in einer Atmosphäre der Kompromisslosigkeit erschwert oder gar unmöglich gemacht. So steht durchaus zu befürchten, dass Maßnahmen zur "Energiewende", wie der großflächige Ausbau von Stromtrassen zum Transport des Stroms aus erneuerbaren Energien, am "Wutbürgertum" scheitern können, die sich mit der Aussicht auf einen Strommast einfach nicht anfreunden können.

Matzig plädierte in seiner Lesung, sich auf die demokratischen Grundsätze unseres Zusammenlebens zurück zu besinnen und die gemeinsame Suche nach dem "Kompromiss" als vermeintlich beste, schlechteste Lösung für alle transparenter, offener und beteilungsfreundlicher zu gestalten und so die Menschen an einem demokratischen Entscheidungsprozess zu beteiligen, aus dem auch tragfähige Entscheidungen entstehen.

Widerspruch ernte Gerhard Matzig an diesem Abend in Ratzeburg mit seinen Thesen nicht, vielmehr Applaus eines wohlwollenden und interessierten Publikums, dass sogar noch zeitig zum EM-Fußballspiel Deutschland-Griechenland entlassen werden konnte.


   

P R E S S E M I T T E I L U N G des Vereins Miteinander leben e.V vom 30.04.2012

"Unter Nazis"
Ein Erfahrungsbericht von Birgit und Horst Lohmeyer aus Jamel
11.05.2012, 18:00 Uhr
Begegnungsstätte "Lohgerberei", Mölln

Der Verein Miteinander Leben lädt am Freitag 11.05.2012 um 18.00 Uhr zu einem spannenden Erfahrungsbericht von Birgit und Horst Lohmeyer in die Lohgerberei ein. Unter dem Titel „Unter Nazis“ berichtet das Ehepaar vom Leben in Jamel südlich von Schwerin, wo sie nach ihrem Umzug vor 7 Jahren feststellten, dass der Ort von Neo-Nazis beherrscht wird, etwa die Hälfte der Einwohner der rechtsextremen Szene zu zu ordnen sind. Mit Musik und Kunst setzen sie seitdem dort ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus: "Wir wollten dieses Dorf aus dem rechten Dornröschenschlaf rütteln und reißen, indem wir halt Öffentlichkeit schaffen", sagt Birgit Lohmeyer.

Die beiden wurden mit verschiedenen Preisen für ihr Engagement ausgezeichnet: dem Bürgerpreis der deutschen Zeitungen im Jahr 2012 und dem "Paul Spiegel-Preis für Zivilcourage 2011" des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie der Auszeichnung "Held des Nordens 2011". Die Preise und die Berichterstattung darüber machen das Leben in Jamel allerdings nicht leichter, es geschehen persönliche Bedrohungen und Sachbeschädigungen. Dennoch wird das Ehepaar bleiben und weiter zur Wehr setzen.

Nicht schweigen - einmischen - wie dies Birgit und Horst Lohmeyer über die Jahre gelungen ist, wollen sie in ihrem Bericht veranschaulichen und mit ihrem Beispiel Mut machen.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Vereins Miteinander leben e.V. zum "Jahr der Politischen Bildung", ein Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie im Herzogtum Lauenburg, der gefördert wird durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Nach dem Vortrag gibt es bei einem Imbiss Gelegenheit zum Austausch mit den Referenten.


     

Podiumsdiskusstion
   

Frau Jutta Kürtz
   

Die rund 70 interessierten Besucher

Pressemitteilung zur

Veranstaltung "Kultur stärken heißt Demokratie stärken"
am 24.4.2012, 19 Uhr im Ratssaal, Rathaus, 21502 Geesthacht

Wie viel Kultur braucht die Demokratie?
Wie viel Kultur braucht Geesthacht?

Eine Diskussionsveranstaltung der VHS Geesthacht zur aktuellen Lage der Kultur in Schleswig-Holstein und Geesthacht. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Stadtarchivar und Historiker Dr. William Boehart.
Künstlerische Freiheit und kulturelle Vielfalt bilden die Basis einer demokratischen Gesellschaft. Ihre Sicherung und freie Nutzung sind eine kulturpolitische Herausforderung, die Staat, Kommunen und Kulturschaffende nur gemeinsam bestehen und gestalten können.
Ziel war es, die Folgen dieser Entwicklung öffentlich zu diskutieren. Es galt, den Wert der Kultur in den Vordergrund zu rücken.

Es diskutierten auf dem Podium:
• Jutta Kürtz, Journalistin, Autorin, Präsidentin Schleswig-Holsteinischer Heimatbund e.V.,
• Dr. Martin Lätzel, Verbandsdirektor Landesverband der Volkshochschulen Schleswig- Holsteins e.V.,
• Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, Direktor Büchereizentrale Schleswig-Holstein,
• Peter Schubert, Geesthachter Theaterfreunde e.V.,
• Dr. Werner Budesheim, Vorsitzender Freie Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur e.V.
Die 1. Stadträtin der Stadt Geesthacht, Maren Marquardt, eröffnete die Veranstaltung.
Jutta Kürtz gab zum Einstieg ein Impulsreferat.

Anschließend verfolgten rund 70 Besucher im Rahmen dieser Veranstaltung zum „Jahr der politischen Bildung im Kreis Herzogtum Lauenburg“ eine angeregte Diskussion auf dem Podium und im Publikum zu den Fragestellungen:

1. „Wie trägt Kultur bzw. kulturelle Angebote zur demokratischen Bildung bei? Welchen Wert hat Kultur für unsere Demokratie aus Sicht der jeweiligen, auf dem Podium vertretenen Institution?“
2. „Wie sollte die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt gestaltet sein? Wie steht es mit der kommunalen Verantwortung? Wie ist die Situation im Land, Kreis und Geesthacht?“
3. „Wie trägt Kultur zur sozialen Entwicklung der Gesellschaft bei?“ „Ist gute Kulturpolitik gleich Sozialpolitik?“

Der von Jutta Kürtz in ihrem Referat zum Auftakt der Veranstaltung genannten zentralen Aufgabe des Staates, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Kunst und Kultur wachsen könnten, kommt der Staat nach Meinung von Heinz-Jürgen Lorenzen nicht nach. „Der Politik ist es nicht ernst mit der Demokratiefähigkeit der Bürger, sonst würde sie mehr für die Bibliotheken tun“, sagte Lorenzen.
Und Martin Lätzel fügte hinzu: „Ich erwarte von einer Politik, die über Ressourcen nachdenkt, dass sie auch über Ziele nachdenkt. Das vermisse ich bei vielen Politikern.“ Sein Vorwurf: Statt Schwerpunkte zu setzen, würde nach dem Rasenmäherprinzip alles kaputt gekürzt. Er betonte auch die Rolle von Bildung in demokratischen Prozessen und stellte die Volkshochschulen als Institutionen mit demokratischem Charakter vor, da sie in einer Art Bottom-up-Bewegung entstanden seien.
Das Dilemma, vor dem die Gesellschaft steht, sprach eine Frau aus dem Publikum in ihrem Redebeitrag an: „Auf der einen Seite müssen Künstler von ihrer Kunst leben können, auf der anderen Seite müssen Kunst und Kultur aber auch für jedermann erschwinglich sein“, sagte sie. – Ein Problem, für das niemand eine Lösung parat hatte.
Dass Kultur jedoch tatsächlich ein Weg zur Demokratie sein kann, machte Frank Düwel, Intendant des Kultursommers, klar. Er erzählte von einem Rapmusik-Projekt mit Jugendlichen. „Diese jungen Menschen sind wütend, weil sie das Gefühl haben, dass man sie nicht hört“, sagte er. Dabei hätten sie viel zu sagen. Jugendliche brauchten mehr Plattformen, um sich in der Gesellschaft und damit an demokratischen Prozessen zu beteiligen, betonte er – und bekam spontanen Applaus.
Mit einem sehr konkreten Vorschlag meldete sich am Ende der der Veranstaltung aus dem Publikum Wolf-Rüdiger Busch vom Geesthacht Museum zu Wort. Er schlug vor, ein Kulturkonzept für Geesthacht zu entwickeln, in dem längerfristig überlegt werde, wie die Kultur des Ortes in einigen Jahren konkret aussehen solle. Diese Idee griff Moderator William Boehart auch seinem Schlusswort auf. Er regte an, ein Kulturforum zu gründen, in dem sich Personen aus Politik und Kultur zusammensetzen, um darüber zu beraten, in welche Richtung die Kultur der Stadt in nächster Zeit gehen solle und welche Möglichkeiten es dafür gebe.
(Quelle: Lauenburgische Landeszeitung, 26. April 2012)

Um die Meinungen und Wünsche der Geesthachter Bürgerinnen und Bürger festzuhalten, wurde ein Fragebogen mit folgenden Fragen im Publikum verteilt:

Was für kulturelle Angebote wünschen Sie sich für Geesthacht? und
Halten Sie finanzielle Kürzungen im Kulturbereich für richtig?

Die von 29 Personen abgegebenen Bögen ergaben folgendes Meinungsbild:

Es wird sowohl ein Erhalt der bisherigen kulturellen Einrichtungen mit deren guten, vielfältigen Angeboten als auch ein möglichst breites Kulturangebot mit Kleinkunst, interkulturellen Veranstaltungen und regelmäßigen Angeboten für Kinder sowie Mitmach-Angebote für alle Altersgruppen in gemeinsamen Projekten gewünscht. Eine Übersicht über alle Kulturangebote wäre wünschenswert.
Die Schulen sollten im Bereich kulturelle Bildung unterstützt werden und eine Verknüpfung der kulturellen Angebote und Angebotsträger mit Schulen sollte erfolgen.
Als wichtig wird auch erachtet, dass Kultur zu sozial gestalteten Preisen angeboten wird.

Finanzielle Kürzungen im Kulturbereich werden mehrheitlich grundsätzlich nicht für richtig gehalten. Es muss jedoch sorgfältig geprüft werden, wie und wo die Gelder eingesetzt werden. Andererseits werden moderate Kürzungen von Einigen aus nachvollziehbaren Gründen für angemessen gehalten.


   

Dr. Udo Metzinger referiert und moderiert zum Themenkomplex
(Foto: Andrea Teckenburg)

   

(vl.): Dr. Andreas Groh (IQSH), Thomas Engelbrecht (Lauenburgischen Gelehrtenschule), Henning Nitz (Gemeinschaftsschule Ratzeburg), Ulrich Keller (Berufsbildungszentrum Mölln), Dr. Thomas Brademann (Marion-Dönhoff-Gymnasium) und Dr. Volker Schmidt (Gemeinschaftsschule Mölln)
(Foto: Andrea Teckenburg)

Jahr der politischen Bildung

"Sind unsere Schulen auch Lernorte für Demokratie?"

„Sind unsere Schulen auch Lernorte für Demokratie?“ Diese Fragestellung stand im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung der Ratzeburger Volkshochschule zum „Jahr der politischen Bildung im Herzogtum Lauenburg.“ Fünf Schulleiter aus der Region, ein Experte des Fachbereichs „WiPo“ vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) sowie ein Politikwissenschaftler stellten sich der provokanten These "Schule ≠ Demokratie?".

Moderator Dr. Udo Metzinger näherte sich dem Themenkomplex mit drei prägnanten Impulsreferaten - einmal im Hinblick auf die Haltung von Schülerinnen und Schüler zu Beteiligungsprozessen in ihren Schulen, dann ausgehend von der Frage nach den demokratischen oder undemokratischen Strukturen des Unterrichts und schließlich den Fokus richtend auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Lehrkräfte, demokratische Erfahrungsräume im Schulalltag zu schaffen – und stellte seine Thesen anschließend zur Diskussion.

Das Podium, bestehend aus Thomas Engelbrecht (Lauenburgischen Gelehrtenschule), Dr. Thomas Brademann (Marion-Dönhoff-Gymnasium), Henning Nitz (Gemeinschaftsschule Ratzeburg), Dr. Volker Schmidt (Gemeinschaftsschule Mölln), Ulrich Keller (Berufsbildungszentrum Mölln) und Dr. Andreas Groh (IQSH) zeigte sich zu allen Fragestellungen äußerst diskutierfreudig und konnte im gemeinsamen Gespräch wesentliche Sachverhalte für das Publikum herausarbeiten. Aus den Wortbeiträgen wurde deutlich, „dass Demokratie an der Schule sehr erwünscht sei“, so Schulleiter Ulrich Keller, Demokratievermittlung und demokratische Praxis aber vielfach schwierig umzusetzen sind. Dabei sind es nicht immer nur der schulische Rahmen oder die Unterrichtsqualität, die Demokratie in der Schule behindern. Schulleiter Thomas Engelbrecht verwies hier auf eine weit verbreitete Haltung bei der Schülerschaft, primär die eigene Benotung im Blick zu haben und ihre zeitlichen Ressourcen effizient auf den eigenen Lernerfolg auszurichten. Die Bereitschaft, Zeit und Arbeit in demokratische Beteiligungsprozesse an der Schule zu investieren, trete verstärkt in den Hintergrund.

Auf das Problem der fehlenden Zeit für Demokratievermittlung ging auch Dr. Andreas Groh ein und skizzierte verständlich das Spannungsfeld von Demokratie im alltäglichen Unterricht. Dr. Groh sieht die Demokratieerziehung keineswegs dem Fach „WiPo“ vorbehalten, sondern wünscht sie sich in jedem Fachbereich als eine leitende Unterrichtsprämisse: „Wir können und sollten die Unterrichtsvermittlung methodisch so ausgestalten, dass wir neben der Wissensvermittlung mit den Schülerinnen und Schülern an prägnanten Inhalten die Entwicklungsschritte von Meinungsbildung zu Urteilsbildung zu differenzierter Urteilsbildung einüben, eine Grundvoraussetzung für demokratisches Handeln. Dies braucht allerdings Zeit, Zeit, welche die Stofffülle des Lehrplans vielfach nicht erlaubt.“ Dr. Schmidt unterstützte diese Forderung und verwies auf sehr positive Erfahrungen, die er in seiner Schule mit Projekten sammeln kommen, in denen Schülerinnen und Schüler die notwendige Zeit bekamen, um demokratischen Entscheidungsprozessen, die auch im politischen Raum ihre Zeit brauchen, nachzuspüren.

Allerdings wiesen Schulleiter Henning Nitz und Dr. Thomas Brademann daraufhin, dass der Schulalltag jenseits des Unterrichts durchaus zahlreiche Möglichkeit bietet, um demokratische Werte und demokratisches Handeln einzuüben. „Wichtig sei es, wesentliche Werte im Umgang miteinander, wie Toleranz, Respekt und Gewaltfreiheit in der Schule zu leben“, sagte Henning Nitz. Dr. Brademann ergänzte dazu, dass auch der Wert „Verantwortung“ im Sinne von Verantwortung übernehmen für sich, aber auch für den Mitschüler als notwendige Pflicht stärker eingefordert werden müsse.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass der Fortbildung der Lehrkräfte im Hinblick auf gelungene Demokratieerziehung eine viel größere Bedeutung beigemessen werden müsse. Ebenso einmütig und selbstkritisch wurde festgehalten, dass der Weg zum schulischen Lernort „Demokratie“ noch weit sei, unbedingt aber weiter beschritten werden müsse.

Das Publikum zeigte sich zur Freude des Ratzeburger VHS-Team im Anschluss an die Veranstaltung genauso diskussionsfreudig wie das Podium und nutzte die Zeit für intensive „schulpolitische“ Gespräche.

Die Reihe „Jahr der politischen Bildung“ wird in Ratzeburg am 24. Mai mit einem Vortrag von Prof. Dr. Fabian Virchow zum Thema „Rechtsterrorismus in Deutschland“ im Ratssaal des Rathauses fortgesetzt, der in Kooperation mit dem Ratzeburger Bündnis durchgeführt wird. Auch diese Veranstaltung wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Herzogtums Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Der Eintritt ist frei.


   

P R E S S E M I T T E I L U N G der Volkshochschule Ratzeburg vom 18.04.2012

"Jahr der politischen Bildung im Herzogtum Lauenburg"
Schule ≠ Demokratie?
Podiumsdiskussion

26. April 2012, 19:30 Uhr
Volkshochschule Ratzeburg, Ratssaal des Ratzeburger Rathauses

– Eintritt frei! –

 
Moderator
Dr. Udo Metzinger
Unter dem Motto "Volkshochschulen für politische Bildung" beteiligt sich auch die VHS Ratzeburg mit eigenen Beiträgen am kreisweiten "Jahr der politischen Bildung", welches als Initiative der Kreisvolkshochschule in Kooperation mit dem Verein Miteinander leben e.V. als Projekt des Lokalen Aktionsplanes für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Herzogtums  Lauenburg zu Jahresbeginn ausgerufen wurde. Im Frühjahrsemester plant das Team der VHS Ratzeburg drei Veranstaltungen  zu ganz unterschiedlichen Aspekten des Politischen. Zum Auftakt wird am Donnerstag, den 26. April 2012 um 19:30 Uhr im Ratssaal des Ratzebuger Rathauses das Thema Schule und/ in Demokratie unter dem provakanten Titel "Schule ≠ Demokratie?" im Rahmen einer fachkundig besetzten Podiumsdikussion behandelt.

 „Was Hänschen nicht lernt…“ ...  Dass Demokratie immer wieder neu gelebt und erlernt werden muss, ist ein Gemeinplatz. Und unsere Gesellschaft hat ein ganz vitales Interesse daran, dass ihre Bürger ein sicheres Demokratie – Bewusstsein haben. Da liegt es eigentlich nahe, dass dieser Bereich in der Schule einen besonderen Platz inne hat. Daran können aber nach Erfahrung vieler Menschen durchaus Zweifel gehegt werden. Ist dieser Eindruck zutreffend? Welche Möglichkeiten hat die Schule eigentlich, hier intensiv tätig zu werden? Was können oder müssen wir von (politischer) Erziehung in der Schule erwarten, was sollte Schule lieber anderen Bereichen überlassen?

Diesen und vielen anderen Fragen ist die Veranstaltung gewidmet, in der Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger ein Impulsreferat halten und anschließend eine Podiumsdiskussion mit den Schulleitern der Gymnasien Ratzeburg und Mölln, Thomas Engelbrecht und Dr. Thomas Brademann, der Gemeinschaftsschulen Ratzeburg und Mölln, Henning Nitz und Dr. Volker Schmidt, sowie der Berufsbildenden Schulen Mölln, Ulrich Keller führen wird. Als Fach(Unterrichts-)Mann ergänzt Dr. Andreas Groh vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein die Runde.

Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesprogramm TOLERANZ FÖRERN - KOMPETENZ STÄRKEN des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Der Eintritt ist frei.


     

Christine Uhde von der Volkshochschule Büchen-Gudow und Kathrin Kröger von der Volkshoschule Schwarzenbek eröffnen das Jahr der politischen Bildung

Büchens Amtsvorsteher Martin Voß begrüßt die Gäste

Rund achtzig Besucher verfolgten die Diskussionsrunden

Im Gespräch (vl.) Schulleiter Dr. Harry Stossun, Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt, Moderator Dr. Udo Metzinger, Cornelia Schmalz-Jacobsen und Jungpolitiker David Welsch

Das Klezmerduo Ma Piroschka sorgte für einen klangvollen Rahmen

P R E S S E M I T T E I L U N G

Auftaktveranstaltung zum
"Jahr der politischen Bildung im Kreis Herzogtum Lauenburg"
"Wache Köpfe" diskutierten zum Stand und zur Zukunft der politischen Bildung

Rund 80 Besucher verfolgten im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum "Jahr der politischen Bildung im Kreis Herzogtum Lauenburg"  in der Büchener "Priesterkate" zwei angeregte Diskussion zum Thema „Anspruch, Wert und Wirken von politischer Bildung“. Unter dem Motto „Lebendige Demokratie braucht wache Köpfe“ hatten die Volkshochschule Büchen-Gudow und die Volkshochschule Schwarzenbek Experten und Praktiker der politischen Bildung zusammengeführt, die unter der fachkundigen Moderation des Politikwissenschaftlers Dr. Udo Metzinger durchaus aus kontrovers über die Möglichkeiten und die Grenzen von politischer Bildung in der heutigen Zeit diskutierten.

In einer ersten Gesprächsrunde beleuchteten als  "wache Köpfe“ Cornelia Schmalz-Jacobsen, stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung Gegen Vergessen - Für Demokratie, Gitta Neemann-Güntner, Mitglied im Lokalen Aktionsplan des Kreises Herzogtum Lauenburg, Dr. Knut Andresen, Leiter der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte sowie Dr. Martin Lätzel, Verbandsdirektor des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holstein das Thema aus ihrer Sicht als Experten im Feld der politischen Bildung. Ihre Einschätzung hinsichtlich des Wertes und der Wirkungsmöglichkeiten von politischer Bildung fiel dabei durchaus unterschiedlich aus. So wurde zunächst kritisch festgestellt, dass die finanzielle Ausstattung von politischen Bildungseinrichtungen auf Bundes- und Landesebene in den vergangenen Jahren kontinuierlich gekürzt wurde und damit das Instrumentarium der politischer Bildung entsprechend geschwächt wurde. Allerdings wurde auch festgestellt, dass sich der Erfolg von politischer Bildung nicht allein am Geld festmacht, sondern vielmehr an den Formaten, in denen sie angeboten wird. So würden geförderte Kurse in ihren Inhalten oftmals weniger der "klassischen" politischen Bildung entsprechen als vielmehr der Vermittlung von so genannten "soft skills", also sozialen Kompetenzen dienen, die eher den Interessen der Wirtschaft dienlich sind, als dem Ideal eines politisch interessierten und engagierten Bürgers. Gerade hier geeignete Formate zu finden, die auch neue Zielgruppen zum Beispiel über den Einsatz von neuen Medien erschließen, sei so die übereinkommende Feststellung der "Expertenrunde" die große Herausforderung in der politischen Bildung.

Nach einer musikalischen Pause mit Klezmermusik der Duos "Ma Piroschka" wandte sich die Diskussion in der zweiten Runde dem Thema von der praktischen Seite zu. Zusammen mit Cornelia Schmalz-Jacobsen diskutierten Schulleiter Dr. Harry Stossun, Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt sowie Jungpolitiker David Welsch über das Interesse an Politik und Politikvermittlung vor Ort, insbesondere bei jungen Menschen. Lediglich 44% der jungen Generation, führte Moderator Dr. Udo Metzinger aus, seinen laut Umfragen überhaupt an Politik interessiert und warf damit die Frage auf, wie dieser "Entfremdung vom Politischen" begegnet werden könnte. Dr. Stossun verwies hier auf die Rolle einer demokratischen Kultur in den Schulen, die nicht an der Unterrichtsvermittlung im WiPo-Unterricht stehen bleiben dürfe, sondern im Hause gelebt werden müsse. Als Beispiel verwies er auf die Einrichtung von Klassenräten in der Gemeinschaftsschule Büchen, die selbstverantwortliche Probleme und Konflikte in der Klassengemeinschaft beraten und Lösungsansätze entwickeln würden. Wichtig sei aber auch, so Cornelia Schmalz Jacobsen, dass ein Verständnis für grundsätzliche Abläufe in der Demokratie vermittelt werden müsse. Als Beispiel verwies sie auf die in der Öffentlichkeit häufig kritisierte und verkannte Rolle des Kompromisses in der Demokratie, der oft als "faul" dargestellt werde: "Der Kompromiss ist das Kind der Demokratie. In ihm werden die widerstreitenden Interessen verbunden und zu einer von allen Seiten tragfähigen Lösung zusammengefasst. Es ist nie der große Wurf, der alles löst und entscheidet. Aber er schafft friedensstiftende Ergebnisse."

Im Anschluss an die Diskussionsrunden luden die Veranstalter Gäste und Referenten zu persönlichen Gesprächen bei orientalischem "Fingerfood, welches von Dhekra Faruk, Dozentin der VHS Gudow-Büchen, vorbereitet worden war.


     

P R E S S E M I T T E I L U N G des Verein Miteinander leben e.V. vom 23.02.2012

Auftaktveranstaltung zum "Jahr der politischen Bildung im Kreis Herzogtum Lauenburg"
01.03.2012, 19:00 Uhr, Priesterkate Büchen
„Lebendige Demokratie braucht
Köpfe“

(vl.) Cornelia Schmalz-Jacobsen
und Dr. Udo Metzinger

In diesem Sinne planen die Volkshochschulen des Kreises Herzogtum Lauenburg und der Verein Miteinander leben e.V. unter dem Dach der Kreisvolkshochschule e.V. im kommenden Jahr eine ganzjährige Vortrags- und Fortbildungsreihe zu den Themenkomplexen Demokratie, Extremismus und Integration, um damit Wissen zu erschließen und Diskussionsprozesse für eine gelebte Demokratie anzustoßen.

Die Reihe wird am 01. März um 19:00 Uhr in der Priesterkate Büchen unter dem Motto „Lebendige Demokratie braucht wache Köpfe“ mit einem musikalischem umrahmten Gesprächsabend zum Thema „Anspruch, Wert und Wirken von politischer Bildung“ eröffnet.

In zwei moderierten Diskussionsrunden laden als „wache Köpfe“ Cornelia Schmalz-Jacobsen (stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung Gegen Vergessen - Für Demokratie), Gitta Neemann-Güntner (Lokaler Aktionsplan des Kreises Herzogtum Lauenburg), Dr. Knut Andresen (Gustav-Heinemann-Bildungsstätte), Dr. Martin Lätzel (Verbandsdirektor des Landesverbandes der Volkshochschulen Schleswig-Holstein), Schulleiter Dr. Harry Stossun, Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt sowie Jungpolitiker David Welsch politisch interessierte, aber auch neugierige Bürgerinnen und Bürger zum Austausch darüber ein, wie wir „geistig und auch aktiv am Ball unserer Demokratie“ bleiben können. Die Gesprächsrunden werden fachkundig moderiert vom Politikwissenschaftler Dr. Udo Metzinger.

Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet durch das Klezmerensemble „Ma Piroschka“. Dhekra Faruk, Dozentin der VHS Gudow-Büchen, möchte das Publikum mit orientalischem „Fingerfood“ überraschen.