7. Regionalkonferenz Erster Jugendworkshop der "Demokratiescouts"
auf der 7. Regionalkonferenz Rechtsextremismus

Im Rahmen der 7. Regionalkonferenz Rechtsextremismus in Mölln wurde erstmalig von "Demokratiescouts" des Vereins Miteinander leben e.V. ein eigenständiger Jugendworkshop organisiert und durchgeführt. Unter Anleitung der Referentin Simone Rafael von der Antonio-Amadeu-Stiftung und mit Unterstützung der "Partnerschaft für Demokratie im Kreis Herzogtum Lauenburg" bereiteten die Jugendlichen eigenständig das selbstgesteckte Thema "Hass im Netz" vor, mit dem Ziel, Jugendliche und interessierte Erwachsene in Bezug auf rechte Hetze im Netz zu sensibilisieren und mit ihnen wirkungsvolle Gegenstrategien zu entwickeln. 15 Teilnehmer*innen unterschiedlichen Alters folgten dieser Einladung zum Workshop und befassten sich nach einer ausführlichen Vorstellung der verschiedenen rechten Gruppierung intensiv mit der sogenannten „Hate Speech“ und wie sich diese in Kommentaren und Beiträgen erkennen lässt. Immer wieder wurden persönliche Erfahrungen und Meinungen der Teilnehmer in die Arbeit mit eingebunden. Anhand vieler Beispiele von entsprechenden Websites wurde gezeigt, welche unterschiedlichen Formen Hassrede im Netz annehmen kann.

7. Regionalkonferenz

Die "Demokratiescouts" des Vereins Miteinander leben e.V. präsentieren dem Plenum die Ergebnisse des ersten Jugendworkshops der Regionalkonferenz Rechtsextremismus

Anschließend ging es um sinnvolle Gegenstrategien, welche zunächst in Gruppenarbeit und dann im Plenum ausgearbeitet und zusammengestellt wurden. Viele kreative Ideen und Vorschläge konnten dabei gesammelt werden konnten. Die Teilnehmer*innen wurden im Zuge des Workshops dazu angeregt, sich zu vernetzen und so auch im Alltag gemeinsam rechter Hetze im Netz geschlossen begegnen zu können. Auch wollten manche Teilnehmer ihre Mitschüler und Kollegen über die Workshopergebnisse informieren.
Die Organisatoren der Regionalkonferenz zeigten sich vom Verlauf und den Ergebnissen des ersten Jugendworkshops beeindruckt und zeigten sich einig, dieses Format in Zukunft fortzusetzen.

7. Regionalkonferenz

 


"Demokratiescouts" aus Ratzeburg und Mölln
auf Fortbildung in Bonn

Ende Oktober 2014 durften vier Delegierte der Demokratiescouts aus Ratzeburg und Mölln auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Bonn fahren. Dort nahmen sie an dem zweitägigen Beteiligungsprojekt „Demokratielabor“ teil, welches die Stiftung einmal im Jahr ausrichtet.

Ratzeburger und Möllner "Demokratiescouts" besuchen das "Demokratielabor" der Friedrich-Ebert-Stiftung
(vl. Thore Brüggemann, Annika Sauer, Christoph Buch, Lukas Weise)

Dieses Projekt stellt ein Planspiel für Jugendliche dar und soll Grundzüge und Prozesse demokratischen Handelns verdeutlichen. Es wird dabei eine Wahl für einen fiktiven Staat vorbereitet und durchgeführt. Die Teilnehmer können hierbei entweder als Politiker in einer der 6 Parteien arbeiten, als Wähler aktiv den Wahlkampf mitverfolgen oder

als Presse das gesamte Geschehen dokumentieren. Das Projekt gipfelt in der abschließenden Wahl, dem darauffolgenden Koalitionsbildungsprozess und letztlich der Bestimmung des neuen Kanzlers, der in diesem Jahr sogar aus den Reihen der Demokratiescouts gewählt wurde.

"Das Seminar war eine interessante Erfahrung für uns und hat in sehr lebendiger Weise gezeigt, wie spannend Politik sein kann. Unser Jugendbeteiligungsarbeit in Mölln und Ratzeburg kann davon mit Sicherheit profitieren, genau wie unsere anstehende Jugendbeiratswahl in Ratzeburg am 13. Dezember 2014", sagte Demokratiescout Annika Sauer. Die Einladung der Demokratiescouts zum Seminar nach Bonn spiegelte auch das besondere Interesse der Friedrich-Ebert-Stiftung am norddeutschen Jugendbeteiligungsprojekt wider. Für gewöhnlich ist das "Demokratielabor" nur für Jugendliche in Nordrhein-Westfalen vorbehalten, die Beteiligung der Gäste aus Schleswig-Holstein war somit auch eine besondere Würdigung ihrer Projektarbeit.

 


"Demokratiescouts" mit dem Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein 2013 ausgezeichnet

Die „Demokratiescouts“, ein Jugendbeteiligungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V., sind am vergangenen Donnerstag mit dem Deutschen Bürgerpreis 2013 der Initiative "für mich. für uns. für Schleswig-Holstein." ausgezeichnet worden. Eine Jury bestehend aus Mitgliedern des Sozialausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtages und Vertretern der schleswig-holsteinischen Sparkassen bewertete das Projekt in der Kategorie U21 als landesweit beste Jugendinitiative zum Motto ,,Engagiert vor Ort: mitreden, mitmachen, mitgestalten!".

Die „Demokratiescouts“ sind rund 35 Kinder und Jugendliche aus Ratzeburg, Mölln und auch Lauenburg, die sich in Vorbereitung auf die Kommunalwahlen 2013 mit Unterstützung durch Möllns Streetworker Axel Michaels, Peter Linnenkohl vom Bundesprojekt "Mach mit" des Diakonischen Werkes sowie den Mitarbeitern des Gleis 21, der Kieler Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt und dem Erstwählerprogramm des Kreisjugendringes intensiv mit Demokratie und Mitbestimmung auseinandergesetzt und sich aktiv mit ihren jugendpolitischen Themen in den Wahlkampf eingebracht haben. Ergänzt wurde die Projektarbeit durch die Initiative der „Mini-Demokratiescouts“, eine Kindergruppe im Alter vom 6 bis 12 Jahren, die angeleitet von Karo Michaelis im GLEIS 21 demokratische Prozesse mit der Wahl ihres „Konfettirates“ spielerisch, aber mit großer Ernsthaftigkeit erlernte.

Das Projekt wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Kieler Sparkassenakademie, zu der Landtagspräsident Klaus Schlie als Schirmherr des Wettbewerbes rund 200 geladene Gäste begrüßte, in Form einer Videopräsentation vorgestellt. In einer anschließenden Gesprächsrunde beschrieben Thilo Fokuhl und Annika Sauer vertretend für die „Demokratiescouts“ die vielfältigen Erfahrungen ihrer Projektarbeit, mit den Workshops zur Bestimmung jugendpolitischer Themen, über das Fotoshooting für die Plakatgestaltung, die Beteiligung am Kommunalwahlkampf, den Besuch im Kieler Landeshaus mit dem Gespräch bei Ministerpräsident Torsten Albig bis hin zur Ausrichtung der Wahlparty in Mölln und dem Theaterzug der Wahlkarawane durch Ratzeburg.

Als anschließend verkündet wurde, dass die „Demokratiescouts“ aus dem Bewerberfeld als Landessieger gekürt worden sind, herrschte zunächst eine fassungslose Stille bei den zehn mitgereisten „Demokratiescouts“, bevor sich dann doch großer Jubel Bahn brach. Aus den Händen von Alexandra Ehlers, Vorsitzende des Landesjugendrates Schleswig-Holstein erhielten die „Demokratiescouts“ ihre Siegerurkunde und das stolze Preisgeld in Höhe von 3.000 €, das der Fortführung der laufenden Jugendbeteiligungsprojekte in Mölln und Ratzeburg zu Gute kommen soll.

"Es war für uns alle eine große Überraschung, denn schließlich waren noch zwei andere, wirklich gute Projekte nominiert. Wir empfinden es als großartige Bestätigung für unser Projekt.", sagte Annika Sauer von den Ratzeburger "Demokratiescouts". Thilo Fokuhl von der Möllner Projektgruppe ergänzte dazu: „Dieser Preis ist für uns ein großer Ansporn, uns weiter in diesem Bereich zu engagieren und neue Projektideen zu entwickeln, “

Auch Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. zeigte sich über die Auszeichnung hocherfreut: „Es macht einen Riesenspaß, solche Projekte für Kinder und Jugendliche zu organisieren und mit ihnen durchzuführen. Und wenn im Ergebnis deren Engagement und Begeisterung auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen und in dieser Form gewürdigt wird, ist das einfach nur großartig. Dankbar bin ich dabei für die Unterstützung durch Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg, durch dessen Förderung im Rahmen des Bundesprogrammes „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" unsere prämierte Projektarbeit erst ermöglicht wurde.“

Als Landessieger in der Kategorie U21 des Deutschen Bürgerpreises für Schleswig-Holstein, der zum zehnten Mal an Menschen vergeben wurde, die sich ehrenamtlich für ihre Mitbürger engagieren, sind die „Demokratiescouts“ nun auch für den Bundeswettbewerb qualifiziert, der im Dezember in Berlin vergeben wird. Natürlich hoffen die "Demokratiescouts" jetzt auf eine Fortsetzung.

Große Freude bei den "Demokratiescouts" und den Unterstützern des Projektes (vl. Sarah, Matthias Beck, Kreisjugendschutz, Katarina, Anton, Labiba, Thilo, Lukas, Annika, Pauline, Christian Klingbeil vom GLEIS21, Michelle , Chantal, Peter Linnenkohl vom Projekt "Mach Mit", Michael Dunkel von der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, Streetworker Axel Michaelis und Mölln Bürgermeister Jan Wiegels.
Foto: Dieter Schneider

Kontakt:
Verein Miteinander leben e.V.
Mark Sauer (Vorsitzender)
miteinander.leben@t-online.de


"Demokratiescouts" als Finalisten für den Deutschen Bürgerpreis für Schleswig-Holstein 2013 nominiert

Die „Demokratiescouts“, ein Jugendbeteiligungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. sind unter die Finalisten für den Deutschen Bürgerpreis 2013 der Initiative "für mich. für uns. für Schleswig-Holstein." gewählt worden. Dies gaben der Sozialausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages und die schleswig-holsteinischen Sparkassen jüngst bei der Vorstellungen der Nominierungen des Wettbewerbs bekannt, der in diesem Jahr unter dem Motto ,,Engagiert vor Ort: mitreden, mitmachen, mitgestalten!" steht.

Die „Demokratiescouts“, rund 35 Jugendliche aus Ratzeburg, Mölln und Lauenburg, die sich in Vorbereitung auf die Kommunalwahlen 2013 mit Unterstützung durch Möllns Streetworker Axel Michaels, Peter Linnenkohl vom Bundesprojekt "Mach mit", den Mitarbeitern des Gleis 21 und der Kieler Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt intensiv mit Demokratie und Mitbestimmung auseinandergesetzt und sich aktiv mit ihren jugendpolitischen Themen in den Wahlkampf eingebracht haben, stehen als eines von vier Projekten in der Kategorie „U 21“ im Finale.

Die Begeisterung über diese Nominierung war bei den beteiligten Jugendlichen natürlich groß. "Es freut uns alle sehr, dass wir nominiert sind. Wir freuen uns vor allem, dass unsere Interesse an Demokratie und Beteiligung so viel Anklang während des Projektes gefunden hat und auch weiterhin findet.", sagte Demokratiescout Labiba Ahmed.

Auch Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben e.V. zeigte sich hoch erfreut: „Dieses Projekt mit unserer Demokratiescouts hat so viel Demokratiebegeisterung bei jungen Menschen ausgelöst und war ein sehr wertvolles Zeichen bei einer Wahl, die viele Erwachsenen gar nicht mehr nutzen wollten. Die Würdigung dieses Engagement ist einfach schön.“

Freudig überrascht über die Nominierung äußerte sich ebenfalls Rüdiger Jung, Vorsitzender des Begleitausschusses des Lokalen Aktionsplans für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg: "Es zeigt sich, dass mit der Förderung durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" im Kreis Herzogtum Lauenburg hervorragende Projekte unterstützt werden können und insbesondere junge Menschen hier gewürdigt werden, die nachhaltig unser demokratisches Gemeinwesen bereichern.“

Der Deutsche Bürgerpreis für Schleswig-Holstein zeichnet bereits zum zehnten Mal Menschen aus, die sich ehrenamtlich für ihre Mitbürger engagieren. Schirmherren des Wettbewerbs sind Landtagspräsident Klaus Schlie und Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein. Im regionalen Wettbewerb werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 30.000 Euro vergeben. Langjähriger Medienpartner sind NDR 1 Welle Nord und das SchleswigHolstein Magazin des NDR Fernsehens.

Aus den Nominierten die Preisträger zu ermitteln, ist nun die Aufgabe der Vergabejury, die unter dem Vorsitzenden des Sozialausschusses im August zusammen kommen wird. Die Preisträger werden am Mittwoch, den 30. Oktober 2013 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Sparkassenakademie Schleswig-Holstein in Kiel bekannt gegeben und ausgezeichnet. Die Preisträger des regionalen Wettbewerbs nehmen im Anschluss am Wettbewerb um den Deutschen Bürgerpreis auf Bundesebene teil.

Foto: Demokratiescout.org = Demokratiescouts treffen Ministerpräsident Torsten Albig und Landtagsabgeordneten Peter Eichstadt im Kieler Landtag  

   

Peter Linnenkohl und Christian Klingbeil vom GLEIS 21 als „Superpädagogen“, die den „Demokratiebaum“ anpreisen und zunächst wenig begeistern

"Demokratiescouts" setzen jugendpolitische Themen
für die Kommunalwahlen

Sie nennen sich "Demokratiescouts" und sind eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von politisch engagierten Erst-, Jung- und "Noch-Nicht"-WählerInnen aus Ratzeburg, Mölln und Lauenburg, die das gemeinsame Ziel eint, jugendpolitische Wünsche und Interessen im anstehenden Kommunalwahlkampf sichtbar zu machen und zu vertreten. Sie verstehen Demokratie als Mitmach-Projekt, das nicht nur das Kreuz auf dem Wahlzettel umfasst oder abhängig immer ist vom Wahlalter. Mitbestimmen, sich bemerkbar machen und für seine Interessen eintreten kann jeder zu jederzeit. In diesem Sinne beschäftigen sich die "Demokratiescouts" bereits seit dem vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema "Mitbestimmung" und haben gemeinsam verschiedene Demokratie-Workshops durchlaufen, in denen ihnen demokratisches Handwerkszeug vermittelt wurde.

In Vorbereitungen auf die Kommunalwahlen am 26.05.2013 haben sich alle "Demokratiescouts" vergangene Woche zu einem gemeinsamen Jugendforum im Jugendzentrum Schwarzenbek getroffen, um in einem Moderationsprozess ihre "Wahlkampfthemen" zu finden und zu formulieren. Unter Anleitung von Axel Michaelis und Bianca Nagel wurde mit viel Spaß aber auch großem Ernst darüber diskutiert, was ihnen in ihrer Gemeinde, aber auch generell wichtig ist.

Neben konkreten Alltagswünschen, wie öffentliche Plätze als Treffpunkte für Jugendliche, standen dabei auch handfeste politische Forderungen auf der Agenda, wie beteiligt werden zu wollen an kommunalpolitischen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen. Häufig wurde auch geäußert, dass man Politik „checken“ können muss und Politiker sich daher auch die Zeit nehmen sollen, ihre Positionen zu jugendpolitischen Themen verständlich zu erklären. Meistens wisse man gar nicht, wen man in der Kommune überhaupt als Politiker ansprechen könne, der für Jugendfragen Auskunft gibt.

Dass "Politik machen" dabei nicht keineswegs langweiliges Gerede ist, sondern auch Spaß machen und kreativ sein kann, zeigten die Ratzeburger "Demokratiescouts, die zu Wahlwerbezwecken ein Theaterstück einstudiert haben, das zeigen soll, wie fern Demokratie jungen Menschen manchmal scheint, aber doch nicht ist.

Die inhaltlichen Ergebnisse des Jugendforums werden jetzt mit Unterstützung eines Grafiker in Slogans und Plakatform gebracht und sollen dann zur "heißen Wahlkampfphase" als Wahlplakate der "Demokratiescouts" im öffentlichen Raum präsentiert werden.

Zwischenzeitlich dürfen sich die "Demokratiescouts" noch über eine Einladung in den Kieler Landtag freuen. Dort werden sie auch mit Ministerpräsident Torsten Albig zusammentreffen.

Das "Demokratiescout"-Projekt wird vom Verein Miteinander leben e.V. getragen und gefördert vom Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

   


Ministerpräsident Torsten Albig empfängt die "Demokratiescouts" im Kieler Landtag

"Demokratiescouts" im Gespräch mit dem Ministerpräsidenten

Chrissi Agrianidou vom Jugendbüro Kiel begrüßt die "Demokratiescouts"

"Demokratiescouts" zu Besuch
bei Ministerpräsident Torsten Albig

Sie nennen sich "Demokratiescouts" und sind eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von politisch engagierten Erst-, Jung- und "Noch-Nicht"-wählerInnen aus Ratzeburg, Mölln und Lauenburg, die das gemeinsame Ziel verbindet, jugendpolitische Wünsche und Interessen im anstehenden Kommunalwahlkampf sichtbar zu machen und zu vertreten. Sie verstehen Demokratie als Mitmach-Projekt, das nicht nur das Kreuz auf dem Wahlzettel umfasst oder abhängig immer ist vom Wahlalter. Mitbestimmen, sich bemerkbar machen und für seine Interessen eintreten kann jeder zu jederzeit. In diesem Sinne beschäftigen sich die "Demokratiescouts" bereits seit dem vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema "Mitbestimmung" und haben gemeinsam verschiedene Demokratie-Workshops durchlaufen, in denen ihnen demokratisches Handwerkszeug vermittelt wurde. Im Rahmen eines Jugendforums im März wurden die für sie wichtigen „Wahlkampfthemen“ erarbeitet und anschließend grafisch auf großformatige Plakate umgesetzt, die in Kürze kreisweit ausgehängt werden sollen.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit konnten die „Demokratiescouts“ in der vergangenen Woche Ministerpräsident Torsten Albig in Kiel präsentieren, der die Gruppe zu einem gemeinsamen Gespräch im Rahmen eines Landtagsbesuches eingeladen hatte. Neben der Vorstellung ihrer „Wahlplakate“ standen als Themen dabei Kinder- und Jugendbeteiligung und die Verständlichkeit von Politik und Politikern im Vordergrund, aber auch ganz aktuelle politische Problemstellungen, wie die Verkehrssituation an der B5 in Lauenburg oder das kommunalen Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger, das gerade im Kieler Landtag beraten wird.

Demokratiescout Mohammend Wafai (15) aus Ratzeburg machte hier seinen Standpunkt sehr deutlich: „Viele meiner Freunde und aus meine Familie möchten gerne wählen, dürfen es aber nicht. Alle Deutsche dürfen wählen, aber viele wollen es offensichtlich nicht. Daher verstehe ich nicht, warum wir nicht dürfen.“ Eine Aussage, die den Ministerpräsidenten sichtlich beeindruckte.

Im Anschluss an das Gespräch nahmen die „Demokratiescouts“ an einer Sitzung des Landtages teil, um sich einmal genau anzuschauen, wie Politik gemacht wird. Am Nachmittag stand ein Besuch im Kieler Jugendbüro auf dem Programm. Jugendliche aus Kiel berichten den „Demokratiescouts“, wie Kinder- und Jugendbeteiligung in der Landeshauptstadt aktiv gelebt wird und welche Erfahrungen man dort bereits machen konnte.

Jetzt steht wieder die jugendpolitische Arbeit im Kreis auf der Tagesordnung, schließlich gilt es, in den kommenden Tagen mit den „Demokratiescout“-Plakaten die Jugend in den Kommunalwahlkampf einzubringen.

Das Beteiligungsinitiative „Demokratiescouts“ ist ein Kooperationsprojekt des Verein Miteinander leben e.V. in Mölln mit dem Möllner Jugendkomitee, der Möllner Staßensozialarbeit, dem Kreisjugendring, den den Ratzeburger Jugendeinrichtungen GLEIS21, Stellwerk sowie dem Bundesprojekt „Mach mit“ und wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

   


Die Wahlberechtigten "Konfettits"

Horst Kienbaum von terre des hommes hilft beim Bau der Wahlurne

Der Gang zur Wahlurne

Maliha Ahmed und Bürgermeister Rainer Voß beim Auszählen der Wahlzettel

Wahlspaß im Projekt „Konfetti“
Kinder der Gruppe „Konfetti“ wählen ihren Konfetti-Rat

Die Kinder der Gruppe „Konfetti“, ein Angebot in der Ratzeburger Kinder- und Jugendeinrichtung Gleis21 für Kinder im Alter von 06-12 Jahre, haben am vergangenen Dienstag die Vertreter ihres „Konfetti-Rates“ für das kommende halbe Jahr gewählt und dabei viel über Demokratie und Wahlen lernen können.

Über mehrere Wochen haben die Mitarbeiter des Gleis21 mit Unterstützung von Horst Kienbaum von terre des hommes im Rahmen des Projektes „Demokratiescouts“ des Vereins Miteinander leben e.V. gemeinsam mit den Kindern spielerisch an den Themen „Demokratie“ und „Wahlen“ mit dem Ziel gearbeitet, als kleine "Demokratiescouts" ihr Wissen auch an wahlberechtigte Familienangehörige und Freunde weitergeben zu können.

Ganz wie die Erwachsenen haben sich die Kinder zunächst in eigenen Parteien – „Die Tobbies“ , „Die Bunten“ „DNGL – Die Natur geht los“ – zusammengefunden und ihre Parteiprogramme erarbeitet. Dazu mussten die Parteimitglieder auch ihre Listenplätze und Spitzenkandidaten festlegen und in einem Wahlkampf im Gleis21 ihre Wahlziele vorstellen.

Die drei zur Wahl stehenden Parteien haben Wahlreden geschrieben, Wahlplakate gebastelt und Überzeugungsarbeit geleistet. Die Kinder, die sich keiner Partei anschlossen, haben die Wahlurne hergestellt und die Wahlkabine geplant. Mit Hilfe der Mitarbeiter wurden originalgetreue Wahlbenachrichtigungen erstellt und an die Kinder verteilt, so dass sie diese ihren Eltern zu Hause zeigen und auf die Bedeutung dieser Post aufmerksam machen konnten. Außerdem wurden Wahlscheine gedruckt, die dem Original sehr ähnlich sind.

Am großen Wahltag wurde dann unter der Wahlleitung von Bürgermeister Rainer Voß und Beisitzerin Maliha Ahmed der „Konfetti-Rat“ gewählt, in dem es fünf Plätze zu besetzen galt. Von 31 wahlberechtigten Kindern gaben 27 ihre Stimme ab. Die Stimmverteilung erwies nach der Auszählung als sehr ausgeglichen. 2 Parteien besetzen je 2 Plätze, eine Partei einen Platz. In der kommenden Legislaturperiode haben die Mitglieder des „Konfetti- Rates“ nun die Möglichkeit, ihre Wahlversprechen umzusetzen und dafür auch Koalitionen zu bilden.

Höhepunkt des Projekts wird eine Feier am 24.5.2013 sein, zu der die Kinder ihre Eltern, Großeltern und bei der Kommunalwahl wahlberechtigten Geschwister eingeladen haben, um ihr Demokratieprojekt zu präsentieren. Die "kleinen Demokratiescouts" des Projektes „Konfetti“ möchten hier aufklären und motivieren an der Kommunalwahl teilzunehmen und die Chancen zur Mitbestimmung zu nutzen. Die Angehörigen erfahren von den Kindern wie eine Wahl funktioniert, welche Papiere nötig sind, wo gewählt wird und wie man zu einer Entscheidung gelangt, was man wählt. Am 26.5.2013, dem Tag der Kommunalwahl können dann alle Kinder und ihre Angehörigen die jugendlichen „Demokratiescouts“ des Gleis21 auf ihrer Tour zu den Wahllokalen in Ratzeburg begleiten und dort auch gleich wählen.

Das Projekt „Demokratiescouts“, in dessen Rahmen die Wahl zum „Konfetti-Rat“ durchgeführt wurde, wird unterstützt durch den Lokalen Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms "Toleranz fördern- Kompetenzen stärken" des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

   


Bei Wind und Wetter unterwegs für Demokratie und Mitbestimmung - die Ratzeburger Demokratiescouts

Abschluss eines erfolgreichen Projektes

"Demokratiescout" Tim im Gespräch
mit einem NDR-Fernsehteam

"Demokratiescouts" mit Spaß und Leidenschaft
für mehr Wahlbeteiligung

Als wirkliche „Demokratiescouts“ konnten sich am vergangenen Wahlsonntag die rund 40 Jugendlichen aus Mölln, Ratzeburg und Lauenburg, die sich mit viel Engagement am großen Demokratie- und Mitbestimmungsprojekt des Vereins Miteinander leben e.V. zur Kommunalwahl 2013 beteiligt haben, angesichts der historisch schlechten Wahlbeteiligung fühlen. Ganz gegen den Trend haben sie sich über ein halbes Jahr hinweg mit Demokratie befasst, jugendpolitischen Themen erarbeitet und vertreten und so den politischen Raum vor ihrer Haustür erkundet, den die Mehrheit wohl aus dem Blick verloren hat. „Unsere Demokratiescouts waren tatsächlich und unbeabsichtigt in doppelten Sinne Scouts. Sie haben zum einen für sich selbst die Möglichkeiten der Mitwirkung in der Kommunalpolitik entdeckt und zum anderen durch ihr Engagement der steigenden Zahl von Nichtwählern durchaus zeigen können, dass aktiv Mitmachen und Mitgestalten weitaus besser ist und mehr Spaß macht, als desinteressiert am Rand zu stehen.“, freute sich Mark Sauer vom Verein Miteinander leben e.V. über den gelungenen Projektverlauf.

Während sich also am Wahlsonntag sehr viele Wahlberechtigte nicht an der Wahl beteiligten, nutzen die „Demokratiescouts“ ihre Zeit, frei nach dem Motto „Mitbestimmung macht Laune“.

In Ratzeburg zeigten die „Demokratiescouts“, die bei ihrer Projektarbeit durch Peter Linnenkohl vom Bundesprojekt "Mach mit", den Mitarbeitern des Gleis 21 und der Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt vom „mobilen demokratietheater“ unterstützt wurden, all die guten Eigenschaften eines richtigen Scouts. Wetterfest und voller Tatendrang zogen die rund 15 Jugendlichen mit einem Wandertheater zum Thema „Demokratie ist doch besser“ durch den Ratzeburger Stadtteil St. Georgsberg und ließen sich auch von den nur wenigen Zuschauern nicht entmutigen. Ihre Botschaft war ihnen dabei wichtig: „Wir wollen auch mitbestimmen und nicht über unsere Köpfe hinweg entscheiden lassen.“ Bürgermeister Rainer Voß empfing die Ratzeburger „Demokratiescouts“ vor dem Rathaus und zeigte sich von so viel Initiative für Demokratie begeistert: „Ich finde es großartig, wie die jungen Leute sich einsetzen. Auf die Demokratiescouts ist Verlass. Eine hervorragende Initiative! Auf Wunsch der Jugendlichen werde ich zusammen mit dem Stadtjugendpfleger nach den Sommerferien die Bildung eines Jugendbeirates besprechen. Ein großer Erfolg der Demokratiescouts."

Die Möllner Demokratiescouts feierten nach dem Gang zur Wahlurne ihren Projektabschluss mit einer großen Wahlparty im Möllner Jugendzentrum und verfolgten mit Spannung die Wahlergebnisse, natürlich mit der bereitgestellten App des Kreises Herzogtum Lauenburg. Die Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung, die letztlich auch wieder zu Kommunalmandaten einer rechtsextremen Gruppierung führten, war zunächst groß, führte dann aber zu leidenschaftlichen Diskussionen, wie man Menschen für Mitbestimmung begeistern kann, so wie man sich selbst hat begeistern lassen.

Möllner Demokratiescouts warten
bei ihrer Wahlparty auf die
Ergebnisse der Kommunalwahlen
"Streetworker" Axel Michaelis
leitet das Wahlstudio

 
Lena Albrecht & Band
sorgte für Stimmung

 

Einig waren sich am Ende alle „Demokratiescouts“. Auch wenn das Projekt des Vereins Miteinander leben e.V., welches der Lokale Aktionsplan für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Kreises Herzogtum Lauenburg im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert hat, jetzt beendet ist, man will „Demokratiescout“ bleiben und in der Kommunalpolitik gehört werden und mitwirken. Denn unsere Demokratie braucht ganz offensichtlich ihre jungen Scouts.